Betritt Heinz Blaser das Restaurant Arcade beim Badener Bahnhof, wird er von allen Seiten mit «Ramba-Zamba» gegrüsst. Kaum jemand in Baden, der den 58-Jährigen mit den auffälligen Hosenträgern nicht kennt. Nun möchte Heinz Blaser in die Politik: Er kandidiert für das Amt des Stadtammanns. Durchaus mit ernsthaften Absichten, wie er betont.

Schon vor Jahren überlegte er sich eine Kandidatur, verwarf die Idee aber aus Zeitmangel. Nun habe er für eine Kampfwahl sorgen wollen. «Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass sich so viele um das Amt bewerben.» Er ist einer von sechs Anwärtern auf die Nachfolge von Stephan Attiger.

Mittelweg statt Extreme

Wie Stella Palino zieht Heinz Blaser ohne Partei im Rücken in den Wahlkampf. Nicht nur ein Nachteil, wie er findet. «Ich kann sagen, was ich denke.» Sowieso lässt er sich nirgends einordnen, nicht links, nicht rechts. «Ich bin gegen das Extreme, für einen Mittelweg», sagt Blaser. «Man soll mich wählen, weil ich ich bin.» Grosse Chancen rechnet sich Blaser nicht aus – «würde ich gewählt, wäre ich überrascht», sagt er.

Weite Gasse verkehrsfrei machen

Konkrete Ideen, was in Baden geändert werden müsste, hat er genug. So schlägt er vor, die Weite Gasse verkehrsfrei zu machen oder das Gleis 6 im Bahnhof Baden doch noch einzubauen. Er, der nie Autofahren gelernt hat und oft mit dem GA unterwegs ist, interessiert sich nicht nur für Verkehrsthemen. So spricht sich Blaser etwa für Fusionen mit Nachbargemeinden aus. Bei einer allfälligen Fusion mit Wettingen könne er sich vorstellen, die gemeinsame Verwaltung im Wettinger Rathaus unterzubringen. Auch die Einführung eines einheitlichen regionalen Kehrichtsacks anstelle der unterschiedlichen Gemeindelösungen sind für ihn denkbar. Versprechen im Wahlkampf sind ihm jedoch ein Gräuel: «Ich will nichts rausposaunen, das ich nicht halten kann», sagt er. Da er bisher politisch nicht in Erscheinung getreten sei, müsste er sich erst einarbeiten.

Über 100 Hosenträger

Würde er gewählt, gäbe er seinen Job in der Buchhaltung eines Oerlikoner Unternehmens auf. «Stadtammann ist ein 100-Prozent-Job.» Er möchte ein Politiker zum Anfassen sein, der sich unter die Leute mischt – sei dies auf dem Markt oder am Stammtisch. In den Restaurants der Stadt würde weiterhin ein «Ramba-Zamba» ertönen. Sein berühmter Ausspruch, den er vor Jahren von einer älteren Dame übernommen hat, die er ab und zu auf ein Riz Casimir eingeladen hatte. Und auch durchs Stadthaus würde im Falle seiner Wahl öfter mal ein «Ramba-Zamba» dröhnen. Denn: «Spass gehört auch zur Politik.» Auf jeden Fall trüge der Single auch als Stadtammann seine Hosenträger, die über die Jahre zu seinem Markenzeichen geworden sind. Über 100 Stück besitzt er. Darunter welche mit Vögeln oder Schweinen. «Ich mag originelle Motive», sagt er. Nur eines fehlt noch in seiner Sammlung: Das Badener Stadtwappen hat er bisher noch nirgends gefunden.