Heitersberg
Heitersberg: Politischer Gegenwind von allen Seiten

Stellungnahmen der Gemeinden zum möglichen Standort für die Stromproduktion mit Windrädern zeigen, dass Heitersberg als Standort nicht gut ankommt. Die Windanlage würde «die Erholungsfunktion im dicht besiedelten Limmattal beeinträchtigen.»

Dieter Minder
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Über dem Heitersberg ziehen nicht nur meteorologisch, sondern auch energiepolitisch düstere Wolken auf, deshalb wird wohl nie Windstrom durch diese Hochspannungsleitung fliessen.

Über dem Heitersberg ziehen nicht nur meteorologisch, sondern auch energiepolitisch düstere Wolken auf, deshalb wird wohl nie Windstrom durch diese Hochspannungsleitung fliessen.

Dieter Minder

Dass über den Heitersberg genügend Wind weht, um daraus elektrische Energie zu gewinnen, haben die Initianten der Mittelland Windenergie GmbH mit ihren umfangreichen Abklärungen gezeigt. Sie haben in der Nähe des Weilers Sennhof in der Gemeinde Remetschwil Messungen durchgeführt. Dieses Gebiet hält der Kanton jedoch für weniger geeignet, er schlägt vor, ein südlich davon liegendes Areal in den Richtplan aufzunehmen. Es umfasst das Gebiet westlich der Krete, ungefähr oberhalb des Egelsees. Dort könnten, so der Kanton, mindestens drei Windräder aufgestellt werden. Die Gemeinden sind alles andere als erfreut, wie die Stellungnahmen zeigen.

Gegen ein Stromkabel im Wal

«Der vorgeschlagene Standort Heitersberg ist zu streichen», schreibt der Gemeinderat Spreitenbach zum Vorschlag des Kantons, auf dem Heitersberg eine Zone für Windenergieanlagen auszuscheiden. Der Gemeinderat anerkennt die Bestrebung des Kantons, die Diskussion zu versachlichen. Er stellt jedoch fest, dass das Areal teilweise als Landschaft von kantonaler Bedeutung (LkB) definiert ist. Diese dienen dem Erhalt und der Weiterentwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft und der naturnahen Erholung. Gemeindeammann Valentin Schmid gibt weiter zu bedenken: «Es müsste auch ein Stromkabel Richtung Limmattal gebaut werden.» Solche Bauten im Wald will der Gemeinderat jedoch verhindern.

Ebenso ablehnend steht die Gemeinde Killwangen dem Projekt gegenüber. «Wir sind gegen den Standort Heitersberg, da er die Ausgleichs- und Naherholungsfunktion im dicht besiedelten Limmattal stark beeinträchtigt», teilt Gemeindeammann Alois Greber mit. Zudem sei der Standort gemäss Windkarte nicht geeignet.

Ablehnung aus dem Reusstal

Die Regionalplanungsgruppen Mutschellen-Reusstal-Kelleramt und Rohrdorferberg-Reusstal lehnen den Standort Heitersberg für eine Windenergieanlage ab. «Eine relativ kleine und sehr aufwendige Stromgewinnungsanlage würde ein wichtiges Naherholungsgebiet sowie eine überregional wichtige Landschaft sehr stark beeinträchtigen», halten sie in ihrer Stellungnahme fest. Deshalb sei die Anlage «energie- und planungspolitisch nicht vertretbar».

Die Gemeinde Widen hat keine eigene Stellungnahme abgegeben: «Wir schliessen uns den Planungsgruppen an», sagt Gemeindeschreiber Felix Irniger. Analog ist die Haltung der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg. «Wir sind auch zu weit weg vom Planungsperimeter», sagt Gemeindeschreiber Urs Schuhmacher.

Gemeinderat sieht Chancen

«Die Gemeinde Remetschwil stellt sich nach wie vor auf den Standpunkt, dass eine Windenergieanlage gebaut werden kann, sofern sich die Bevölkerung im Rahmen der Nutzungsplanung äussern kann und sich mehrheitlich hinter ein solches Unterfangen stellt und eine rechtsgültige Baubewilligung vorliegt», sagt der Gemeindeschreiber Roland Mürset. «Der Gemeinderat wird sich deshalb im laufenden Mitwirkungsverfahren nicht noch einmal äussern.»

Bellikon will nicht

Der jetzt vom Kanton in Aussicht gestellte Standort liegt auf dem Gemeindegebiet von Bellikon. Der Gemeinderat lehnt die Anlage ab und schliesst sich in seiner Stellungnahme der Haltung der Reusstaler Planungsgruppen an. Schon die nicht existierende Erschliessung des Areals spricht seiner Ansicht nach gegen den Standort. Die ursprüngliche Variante beim Sennhof in Remetschwil wäre eher geeignet gewesen und hätte mit wesentlich geringerem Flurschaden realisiert werden können, hält der Gemeinderat fest.

Kanton soll informieren

Der Gemeinderat Bergdietikon hat nichts gegen Windkraftanlagen auf dem Heitersberg. Auch gegen die anderen Standorte erhebt er keine Einwendungen. Er erwartet aber, dass der Kanton rechtzeitig über den Bau einer solchen Anlage informiert, wenn das Gemeindegebiet davon «in irgendeiner Weise belastet wird».

«Wir wurden nicht zu einer Stellungnahme eingeladen», sagt der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller. Deshalb könne er keine Aussage machen. Dies gelte auch für den Zürcher Planungsverband Limmattal (ZPL).