«Im Gebiet Rain stehen mehrere wichtige Schutzobjekte», sagt Förster Philipp Vock. Der Rain selber ist schon ein einmaliges Gebiet. Ursprünglich ein Teil des Rebberges am Lägerhang, verbuschte und verwaldete er dann zusehends. Mit intensiver Pflege ist es dem Wettinger Forstbetrieb in den letzten Jahren gelungen, aus dem rund 91 Aren grossen Areal einen wichtigen vielfältigen Naturstandort zu schaffen.

Im stark verbuschten Rain liegt eine Wiese. «Das ist eine Magerwiese mit unterschiedlichen Pflanzen», sagt Vock. Das steil nach Süden abfallende Areal wird speziell betreut. «Jährlich wird die Wiese gemäht und das Schnittgut weggebracht.» Damit werden dem Boden sukzessive Nährstoffe entzogen, womit nach und nach eine Magerwiese entsteht. Der karge Boden auf dem Kalkfelsen unterstützt diese Entwicklung. Der Rain ist noch voller Zeugen seiner ehemaligen Nutzung. So sind Reste der Rebbergmauern auszumachen und es stehen verwilderte Obstbäume dort.

Baumgarten der Herren

Der Flurname Heerenbüngert (Baumgarten der Herren) am oberen Ende der steilen Treppe erinnert noch daran. An einer anderen Stelle liegt ein grosser Felsbrocken. «Hier stehen auch einige Eichen, ein sehr wichtiger Baum für unsere Gegend», sagt Vock. Im oberen Bereich grenzt der Rain ans sogenannte Tagloch. Dieser ehemalige Steinbruch ist für ein weiteres Projekt des Kulturlandausschusses der Gemeinde von Bedeutung: Die Trockenmauern im Rebgebiet sollen aufgefrischt und repariert werden. Als Beispiel ist die Gemeinde mit der Erneuerung der Mauer unterhalb ihres Rebberges, westlich des Grafenguet, vorangegangen.

Dieses Wissen will die Gemeinde weitergeben. «Wir organisieren Kurse über den Bau von Trockenmauern», sagt Gemeinderätin Antoinette Eckert. Dieser Mauertyp hat den Vorteil, dass er vielen Kleintieren wie Eidechsen einen idealen Lebensraum bietet.