Noch sieht das Areal bei der Kirche am Kirchrain in Stetten karg und verlassen aus. Doch bald soll es wieder zum Leben erweckt werden: mit einer Biberburg, einem Kletterparcours, einer Nestschaukel und vielen weiteren Spielgeräten. Das sieht das Projekt «Sanierung/Erweiterung des Spielplatzes» vor, dessen Baugesuch seit Montag öffentlich aufliegt.

Wie ein gewöhnlicher Freiraum für Kinder wird er aber nicht aussehen. «Die Spielgeräte spiegeln Sujets aus dem Ort wider», sagt Gemeinderat und Bauvorsteher Wolfgang Reisner. So symbolisiert etwa eine grosse Nestschaukel die Störche, die immer wieder im Dorf ihre Jungen aufziehen. Auch eine Biberburg mit Rutsche und Wasserkanal soll die Nähe Stettens zur Reuss darstellen. «Dass die Spielgeräte einen Bezug zur Gemeinde haben, überzeugte uns», sagt Reisner.

Zeitgemässe Geräte montiert

Doch ganz von vorn: Bis vor gut einem Jahr stand auf dem rund 900 Quadratmeter grossen Areal am Kirchrain bereits ein Spielplatz – mit veralteten Geräten. Weil die Gemeinde aufgrund einer kantonalen Auflage ein neues Regenbecken erstellen musste, entschied sie, das Becken unter die bestehende Wiese des Spielplatzes zu bauen. «Das gab uns die Möglichkeit, den Spielplatz zu demontieren und mit zeitgemässen Geräten zu erneuern», sagt Wolfgang Reisner. Daraufhin schrieb der Gemeinderat gemeinsam mit der IG Spielplatz verschiedene Anbieter für die Konzeptausarbeitung an. Das Rennen machte letztlich die Firma Wichtelwerk mit ihrem Projekt, das einen auf Stetten bezogenen Charakter aufweist.

«Ausgewählt haben wir es auch, weil dahinter ein soziales Gedankengut steckt», erklärt Reisner. Denn: Die Geräte werden von der Sozialeinrichtung Murimoos in Muri hergestellt, die geschützte Arbeitsplätze für betreuungsbedürftige, psychisch, körperlich oder sozial benachteiligte Männer betreibt.

Umbau erhöht Attraktivität

Die Sanierung des Spielplatzes kostet rund 100 000 Franken. Den entsprechenden Verpflichtungskredit hiess die Gemeindeversammlung im November 2015 gut. Noch bis 10. Mai können die Pläne eingesehen werden, dann wird sich entscheiden, wann und wie das Projekt umgesetzt werden soll. «Wir sind guten Mutes», sagt Wolfgang Reisner. Man sei sich jedoch bewusst, dass Anwohner Bedenken haben könnten. Denn durch den Umbau werde der Spielplatz attraktiver und möglicherweise besser besucht. «Deshalb sind wir offen für Gespräche.» Um Störungen zu vermeiden, wird der Gemeinderat die Benutzung, etwa die Öffnungszeiten, in einem Spielplatzreglement festhalten.

Wird das Projekt umgesetzt, verfügt Stetten wieder über ein zweites Areal, auf dem sich Kinder vergnügen können: Der Spielplatz Dörndler am Meisenweg wurde bereits 2013 saniert und mit neuen Geräten wie Schaukelsitze, Kletterwand und Kleinkinderwippe ausgestattet.

Neuer Spielplatz ist zentrumsnah

Während der Freiraum am Meisenweg als Quartierspielplatz deklariert ist, wird der zu sanierende Platz ein grösseres Einzugsgebiet haben: Am Kirchrain gelegen, nimmt er einen wichtigen zentrumsnahen und von Verkehr geschützten Freiraum ein. «Der neue Spielplatz wird die Qualität der Gemeinde aufwerten. Auch deshalb, weil die Bevölkerung wächst und wir mehr Kinder haben», sagt Bauvorsteher Wolfgang Reisner.