Baden
Heute wie gestern – Baden ist standhaft

An der 51. Cordulafeier der Spanischbrödlizunft wurden neun Personen geehrt und Thea Sophie Merker als diesjährige Cordula gekürt.

Elia Diehl
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Trotz Regen: Die neun Geehrten wurden von der Spanischbrödlizunft auf dem Badener Cordulaplatz gefeiert. Alex Spichale

Trotz Regen: Die neun Geehrten wurden von der Spanischbrödlizunft auf dem Badener Cordulaplatz gefeiert. Alex Spichale

Kein Sturm bringt Baden ins Wanken. Nicht vor 570 Jahren, als Zürcher durchs Obere Tor stürmten und die Stadt überfielen; nicht 2014, wenn sich stürmischer Wind, Regen und Kälte in die Altstadtgassen drängen. Damals wurden die Eindringlinge von tapferen Badener Bürgern in die Flucht geschlagen. Gestern liess sich die Spanischbrödlizunft nicht vom Cordulaplatz vertreiben und trotzte dem schlechten, winterlich kalten Wetter: Zum 51. Mal gedachte sie am Tag der Heiligen Cordula der heldenhaften Verteidigung der Stadt Baden – und ehrte neun Personen, die sich um die Stadt Baden und die Region besonders verdient gemacht haben.

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Alex Spichale

Silberysen läutete zum 50. Mal

Sie haben sich um die Stadt Baden verdient gemacht

Therese Schmid: acht Jahre Präsidentin der katholischen Kirchenpflege und des Pfarreirats; Anita Rösch Egli und Simon Egli: Gründung und 25 Jahre Leitung des ThiK im Kornhaus; Urs Kohler: 30 Jahre im Hotel du Parc, seit 2004 als Direktor; Peter Blöchlinger: Verwaltungsratspräsident der Stadtcasino Baden AG; Christian Rocha: OK-Präsident des Radquerrennens Süpercross; Karl Wilhelm: 40 Jahre Präsident der Schachgesellschaft 25 Jahre im Vorstand des Alterszentrums Kehl und des Männerchors Badener Sänger; Peter
Wegmann: 40 Jahre als städtischer Hauswart in den Schulhäuser Tannegg und Klösterli; Angelika Behrens: Vize-Präsidentin der reformierten Kirchenpflege und Präsidentin der Kirchgemeinde-Kommission Baden-Ennetbaden.

Nach der Verlesung des Schlachtbriefs von 1444 durch den Zunftherold tauschten sich Frau Klingelfuss und Torwächter Silberysen heuer zum 50. Mal über den aktuellen Stadtklatsch aus, ehe Grossratspräsident Thierry Burkart die Badener Maturandin Thea Sophie Merker als Cordula 2014 entschleierte. Sie überreichte als dann im Nieselregen, untermalt durch die warmen Klänge der Zunftmusik Harmonie Rohrdorf, den neun Geehrten die traditionelle Ehrengabe aus Brot und Wein.

Cordulaschwatz zwischen Torwächter Silberysen und Frau Klingelfuss

Silberysen: Wenn mer älter wird, mues mer luege, das mer zwäg bliibt!
Klingelfuss: Jetzt verroted Sie mer emol, wie Sie das mached!
S: Als Stadtaagschtellte chan ich regelmässig i d Massage goh. Sie, das isch denn supper, währed de Arbetsziit en halb Stund dureknättet werde!
K: … und das uf Chöschte vo euis Stüürzahler! Aber warted Sie nur. Jetzt wird gspart i de Stadt Bade. Die Bürgerliche händ en Uusgabestopp bschlosse. Fertig Massäschli am Ärschli!
S: Frau Klingelfuess, ich bitte Sie, dass isch en höchscht aaschtändigi Massage. Au de Geri loht sich det massiere.
K: Das heisst nüt! Aber das allei chas jo nid si, dass Sie so zwäg sind?
S: Jo guet, ich han no mini Spezialmitteli.
K: So, so – und das wäred?
S: Jo... ebe... ich trink ich am Morge – nei das chan ich do nid säge.
K: Was ächt ned: Use demit.
S: … amigs en Schluck Morgen-Urin, das sig ebe gsund!
K: Muetter Maria! – Nei, kei Seich? Äh, Sie verzälled kein Mischt? – mein ich.
S: Es isch wüssenschaftlich erwiese, dass das gsund und leischtigsfördernd isch.
K: Bim Goalie vom FC Muri het’s aber nüt gnützt. Die händ gäge Bade verlore.
S: Guet, es isch au nid rezäptgetreu gsii.
K: Wie meined Sie das?
S: Es isch ebe nid de Eige-Urin gsii!
Über meditierende Stadträte
K: Bim Tagi händs gseit, dass es bald nur no drü Uusgabe i de Woche git.
S: Bi de AZ würd das au länge. Denn müessted Sie nid jede Tag d Ziitig mit em Geri Müller fülle.
K: Gerigate?
S: Nei ebe nid. De Geri geit nid.
K: Ich meine sini Affäre.
S: Losed Sie, das isch reini Privatsach. Wo füehrt das no ähne. Denunziantetum! Nei, das bruuched mir würkli nid.
K: Aber das het en schöne Wirbel gäh mit dere Affäre Müller.
S: Jo nu, jetzt isch Bade i de ganze Schwiiz bekannt.
K: Aber die Affäre Müller…
S: Jetzt höred Sie emol uf mit dere «Aafffääre» Müller. Jetz isch de Stadtrat sowieso i de Meditation.
K: Mediation, heisst das. Do probierd mer sich einig z wärde.– Aber da werded die jo sowieso nid. Sogar die bede SP-Fraue wänd de Geri nümme.
S: Vo de SP-Wiiber cham er jo nüt anders erwarte.
K: Jetzt aber! Mässiged Sie sich bitte!
S: Jo Entschuldigung. Es isch mer so usegrutscht. Ich bitte Sie, mir händ in Bade anderi Problem. Löhnd mer doch eifach de Geri in Rueh.

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