Baden
Hier bauten sie Transformatoren für die ganze Welt

Auf dem Trafo-Areal ist der industriegeschichtliche Hintergrund heute noch gut spürbar. In den denkmalgeschützten Hallen 36 und 37 ist die alte BBC noch spürbar.

Roman Huber
Drucken
Teilen
Transformatoren-Montage in der Halle 37.

Transformatoren-Montage in der Halle 37.

Historisches Archiv ABB

In den ehemaligen Industriehallen 36 bis 38 wurden bis vor 40 Jahren Transformatoren gebaut. Im Zuge der Fusion zur ABB wurden die Hallen stillgelegt und später teilweise zwischengenutzt. Die Halle 36 war in den 90er-Jahren Mietobjekt der Stadt Baden und diente als Konzerthalle, betrieben vom Verein Halle 36. Auch die Hallen 37 und 38 wurden genutzt, so unterem anderem für das legendäre Musical «Space Dream», für Ausstellungen und während einiger Jahre als Eventhalle der Stadtcasino AG, die als Betreiberin von Trafo Baden Betriebs AG abgelöst worden ist.

Die Industriehallen 36, 37 und 38 sind als letzte Zeitzeugen aus der Epoche der blühenden Industriegeschichte der Brown Boveri & Cie. stehen geblieben. Sie wurden unter Denkmalschutz gestellt, und zwar im Rahmen der Umnutzung des Industriegebietes Baden Nord. Beim Hotelbau (Trafo 2) wurde als Kompromiss-Lösung die Halle 38 zum Abbruch freigegeben, währenddessen die architektonisch wertvolleren Hallen 36 und 37 als Bestandteil des Kultur- und Kongresszentrums erneuert, aber in ihrer Gestalt unverändert bestehen bleiben.

Sie gehen zurück in die Zeit der industriellen Entwicklung zwischen 1910 und 1930 und repräsentieren architekturgeschichtlich den damals modernen Industriebau. Die Längshallen bildeten die Fortsetzung der zuvor erstellten Hallen 31 bis 33 und 34 bis 36. Die Halle 37 zeigt noch die vollständig genietete und verschraubte Eisenfachwerkkonstruktion von 1920 und das grosse längsverlaufende Oblicht. Die parallel verlaufende Halle 38 – die abgebrochen wurde – hatte zudem noch eine zweistöckige Galerie. Architekturhistorisch gelten die betreffenden Hallen auch darum als speziell, weil sie im Jahre 1950 durch den Zürcher Architekten Roland Rohn gegen Westen bis zur Bruggerstrasse verlängert worden sind und dadurch architektonisch gewonnen haben. Rohn versuchte in den Jahren 1940 bis 1960, im Auftrag der BBC, dem Werkareal ein einheitliches Gepräge zu geben.

Bei der Hallenverlängerung von Roland Rohn handelt es sich denn auch um den weitaus wertvollsten Hallenbereich dieser Industriebauten, heisst es in der «Architektonischen Würdigung der Bausubstanz des ABB-Areals» von Claudio Affolter und Hans Peter Bärtschi. Das Satteloblicht wurde weitergeführt, das typische Flachdach blieb erhalten. Der Komplex ist konstruktiv eine Mischbauweise von Stahlstützen, Betonunterzügen, -wandteilen und -decken. Die schmale Fassade zur Bruggerstrasse ist vertikal gegliedert, die Längsfassaden weisen ein durchgehendes grossflächiges Fensterband aus, geben dem Bau die nötige Modernität und erzeugen auch im Innern eine grosszügige Raumwirkung.

Aktuelle Nachrichten