Baden
Hier drücken sie aufs Gaspedal und lassen die Motoren aufheulen

Der Verkehr in der 30er-Zone an der Badener Bahnhofstrasse nimmt nicht nur zu – dort werden Geschwindigkeiten bis zu 65 Kilometern pro Stunde gemessen und entsprechend viele Bussen verteilt.

Erna Lang-Jonsdottir
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In der 30er-Zone beim Bahnhof Baden werden pro Jahr rund 20 Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen – und zahlreiche Ordnungsbussen verhängt. Erna Lang-Jonsdottir

In der 30er-Zone beim Bahnhof Baden werden pro Jahr rund 20 Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen – und zahlreiche Ordnungsbussen verhängt. Erna Lang-Jonsdottir

Es ist reger Betrieb auf dem oberen Bahnhofplatz. Frisch polierte Autos parken vor dem Bahnhof. Locker rauchen deren Besitzer eine Zigarette und vergleichen ihre schmucken Autos. Dann heulen die Motoren auf – besonders cool hallt der dröhnende Motor auf der etwa 150 Meter langen 30er-Strecke in Richtung Haselstrasse an der Migros und am Busbahnhof vorbei. Diese Beobachtungen schildert ein Mann, der sich von der Raserei an der Bahnhofstrasse gestört fühlt.

Eine Anwohnerin doppelt nach: «Speziell an Wochenenden und abends wird auf der Höhe der Apotheke Gas gegeben und mit den Motoren gespielt.» Vor allem junge Erwachsene würden sich mit ihren teuren Autos messen. «Wir stellen aber auch fest, dass Taxifahrer zu schnell unterwegs sind.

Vermutlich übersehen viele Autofahrer das 30er-Schild.» Auch Apotheker Philipp Wyss, dessen Geschäft auf der Höhe der 30er-Zone liegt, sagt, dass dort zu schnell gefahren werde. «Zudem realisieren viele nicht, dass der obere Bahnhofplatz eine Begegnungszone ist.»

Max Romann, Kommandant-Stellvertreter der Stadtpolizei Baden, bestätigt: «Wir verzeichnen in der 30er-Zone der Bahnhofstrasse sehr viele Geschwindigkeitsübertretungen.» Zu einem grossen Teil seien diese zwar geringfügig und würden mittels Ordnungsbussen erledigt.

«Doch nicht selten wird auf dieser 150 Meter kurzen Strecke doppelt so schnell gefahren als erlaubt», betont Romann. 2012 sei ein Autolenker mit 65 Kilometern pro Stunde in die Radarfalle getappt. «Während einer Kontrolle im April wurde ein Lenker mit 60 Stundenkilometern gemessen, was einen Ausweisentzug zur Folge hat.» Eine gefährliche Geschwindigkeit auf dieser doch sehr kurzen, stark befahrenen Strecke der Bahnhofstrasse. Es sei erstaunlich, dass dort noch nie etwas passiert sei.

Ein Blick auf die Strasse zeigt, dass sich dort, nebst der Parkhausausfahrt Migros, auch der Busbahnhof befindet. Hinzu kommen die vielen Radfahrer und Fussgänger. Damit nicht genug: Die Bahnhofstrasse sei auch wegen des Bahnhofs und aufgrund des Parkhauses Tunnelgarage stark frequentiert, betont Romann.

Mehr als Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, könne die Stadtpolizei nicht machen. Jährlich seien es um die 20. Noch mehr Kontrollen vorzunehmen, würde keinen Einfluss auf das Fahrverhalten der Autolenker haben. «Die Strasse ist signalisiert, wir können lediglich an die Vernunft der Autolenker appellieren», sagt Romann. Ob es sich bei den Verkehrssündern vorwiegend um junge Männer mit dicken Autos handelt, könne er nicht sagen. «Auf solche Dinge achten wir uns nicht.»

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