Der grösste Brocken und zugleich die grösste Herausforderung der Schulraumplanung ist zweifellos das geplante Oberstufenzentrum Burghalde. Der Grundsatzentscheid des Stadtrates, die gesamte Oberstufe (Real, Sek, Bez) für Baden und die Partnergemeinden Birmenstorf, Ennetbaden, Ehrendingen an diesem Standort zu konzentrieren, bringt für den Schulbetrieb Synergien.

Zudem entspricht er der Zielrichtung, die Oberstufe zu späterem Zeitpunkt zusammenführen zu können.

Stärkung auch der Quartiere

Der zweite Entscheid des Stadtrats betrifft die sechste Primarklasse. Diese wird bei der Einführung von Harmos (6/3) im Kanton Aargau an den Primarschulstandorten bleiben, was eine Stärkung der Quartiere bedeute, wie Stadtammann Stephan Attiger betonte. Wenn auch an sechs von acht Schulstandorten ein Ausbau notwendig wird, so beabsichtigt der Stadtrat, zuerst den vorhandenen Schulraum auszunutzen. Müsste vorübergehend ausgewichen werden, so kämen Schulbusse zum Einsatz.

Aufgrund wachsender Kinderzahlen in Baden und dem Raum- sowie Erneuerungsbedarf bestehender Schulbauten rechnet der Stadtrat mit Investitionen von 100 Millionen Franken. Alle Teilprojekte werden mutmasslich bis 2020 realisiert.

Der Bedarf ist ausgewiesen

Die Vorentscheide des Stadtrates werden von der Wirkungsanalyse, welche die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und eine Delegation der Projektleitung durchgeführt haben, gestützt. Dieselbe Prüfung wird man auch bei den Teilprojekten Burghalde und Sanierung Pfaffechappe/Tannegg durchführen, um genaue Aussagen zum Bau zu erhalten.

Im weiteren Verlauf wird die Machbarkeit abgeklärt. Grundlage dazu bildet der Bedarf, der anhand von standardisierten Belegungsrastern für die einzelnen Schulstufen ermittelt worden ist. Überlagert wurde dieser mit den Schüler- und Klassenzahlen, wie sie der Metron-Bericht für das Schuljahr 2019/20 errechnet hat. Das ergibt die erforderliche Zahl Klassenzimmer. Zudem wurden die verschiedenen Spezialräume ermittelt sowie der Bedarf an Freiraum. Auch die Spitzenlasten will der Stadtrat zwar abdecken können, ebenso sollen aber Mehrfachnutzungen möglich sein.

Angesichts des Investitionsumfangs stellt sich auch die Frage, wie weit Schulbauten sich öffnen sollen. Dabei denkt man an verschiedene Organisationen wie Erwachsenenbildung, Integrationsangebote, Seniorenkurse oder Vereine, die vom Angebot, wie bereits die Sportvereine von Turnhallen, profitieren könnten.

Entscheid für nächste Jahrzehnte

«Die Schule wird nie fertig gebaut sein», sagt Schulvorsteher und Vizeammann Geri Müller. Das meint er nicht im baulichen, sondern im übertragenen Sinne. Die Schulraumplanung stelle aber eine grosse Chance dar, auf einer fundierten Basis wichtige Entscheide für die nächsten Jahrzehnte zu fällen. Der Einwohnerrat wird an seiner Oktobersitzung vom Bericht Stellung nehmen können.