Mellingen
Hier erhalten Velofahrer bald einen Millionen-Tunnel aus Stahl

24 Meter lange Unterführung aus Stahl: Statt «kein Vortritt» gilt für Velofahrer bald «freie Fahrt»: Ein unterirdischer Tunnel verbindet ab Oktober die seitlichen Velowege unter der Bremgartenstrasse hindurch. Kosten: 1,4 Millionen Franken.

David Egger
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Mellingen: Statt «kein Vortritt» gilt hier für Velofahrer bald «freie Fahrt» durch den unterirdischen Tunnel für 1,4 Millionen Franken.

Mellingen: Statt «kein Vortritt» gilt hier für Velofahrer bald «freie Fahrt» durch den unterirdischen Tunnel für 1,4 Millionen Franken.

David Egger

Velofahrer müssen ab Oktober einmal weniger anhalten, wenn sie von Tägerig nach Mellingen oder umgekehrt fahren. Künftig passieren sie die Bremgarterstrasse unterirdisch durch einen 24 Meter langen Tunnel.

Heute starten die Vorarbeiten für die neue Unterführung. Die Bauarbeiter installieren das vorgefertigte Tunnelstück aus gewelltem Stahl am Wochenende vom 18. auf den 20. Juli. Mindestens für diese drei Tage gilt auf der Bremgarterstrasse Einbahnverkehr. Fertig ist der Tunnel im Oktober. Dann durchschneidet die Bremgarterstrasse nicht mehr die Veloverbindung zwischen Tägerigerweg und Gheidrainweg.

Eine neue Strasse für ein paar Tage

Zusätzlich zur Unterführung erstellen die Bauarbeiter gleich neben der Bremgarterstrasse eine provisorische Strasse aus Kies und Asphalt. «Dabei handelt es sich um eine kleine Schicht, die nur wenige Tage halten muss. Es gibt keine andere Möglichkeit, im überschaubaren Bereich eine Umleitung zu realisieren», erklärt Kreisingenieur Giuliano Sabato von der Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau.

«Wir machen das nicht gerne, auch weil es teuer ist.» Ein Lichtsignal regelt den Verkehr auf der provisorischen Strasse, die aus Kostengründen als Einbahnstrasse gebaut wird.

Landwirte erhalten Entschädigung

Die provisorische Strasse verläuft auf den Äckern von vier Landwirten. Sie erhalten vom Kanton Geld, weil sie ihre Flächen für eine bestimmte Zeit nicht nutzen können. Dieser noch nicht genau bekannte Betrag macht einen Teil der 1,4 Millionen Franken aus, mit denen der Kanton Aargau den Stahltunnel für die Velofahrer bezahlt.

Die Gemeinde muss sich an den Kosten nicht beteiligen. Da die Unterführung das Grundwasser nicht tangieren darf, mussten die Planer den Grundwasserspiegel messen, was viel Zeit brauchte. «Wir haben sowohl nach oben als auch nach unten nur einen kleinen Spielraum von rund einem Meter», sagt Giuliano Sabato.

Für ihn ist klar, dass es die neue Unterführung braucht. «Es ist eine gefährliche Situation. Zum Glück hatten wir bis jetzt keine Unfälle», sagt er. «Viele Kinder und Schüler fahren dort durch. Ihnen bietet die Unterführung bald mehr Sicherheit.» Vor allem bei Nebel sei es gefährlich, die stark befahrene Bremgarterstrasse zu überqueren, sagt Sabato weiter. Da die Überquerung der Bremgarterstrasse ausserorts liegt, sind die Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit unterwegs.

Das macht es für Velofahrer noch gefährlicher. Die betreffende Stelle ist Teil der kantonalen Veloroute 77. Diese oberirdische Verbindung über die Bremgarterstrasse bleibt auch künftig bestehen - zum Beispiel für Traktoren und andere Landwirtschaftsfahrzeuge.

Für die Bauzeit im Sommer entschied sich der Kanton, weil insbesondere der Juli ein verkehrsarmer Monat sei.