Durch eine moderne Glastür führt der Weg in das rustikale Restaurant an der Badenerstrasse 29 in Birmenstorf. Hier hat Patrick Troxler Mitte Januar das Steakhouse Schmitte eröffnet. Es ist sein zweites Restaurant in der Region: Seit dreieinhalb Jahren führt der 34-Jährige die «Pinte» in Dättwil. «Ich wollte etwas Neues ausprobieren», sagt Troxler, der sich selbst als Fleischliebhaber bezeichnet.

So gibt es im neuen Steakhouse zwar nur wenige, aber immer wechselnde Menüs. Auf einer alten Esse, wo einst das Schmiedefeuer für die Bearbeitung von Metallen loderte, werden heute saftige Fleischstücke gebraten. Für den Wein müssen sich die Kunden in den Keller begeben, wo sich der Gast sein edles Nass selbst aussuchen kann. «Die Grundidee ist es ein möglichst einfaches Konzept zu entwerfen und dabei eine hohe Qualität anzubieten», erklärt Troxler.

Aller guten Dinge sind drei

Zusammen mit Küchenchef Samy Scheller (34) und Stefan Zaugg (26), der als Gastgeber agiert, führt Troxler das Steakhouse. «Wir haben uns spontan kennen gelernt, doch es passt gut», sagt Troxler. Dass sie alle drei die gleiche Frisur tragen, das sei aber Zufall, scherzt Troxler und streicht sich über den kahlrasierten Schädel.

Inhaber Patrick Troxler führt durch sein Restaurant.

Inhaber Patrick Troxler führt durch sein Restaurant.

Für alle drei sei es aber wichtig, dem Gast einen Ort der Entspannung und des Genusses zu bieten: Ihr Restaurant sei ein Zeichen gegen den Fastfood. Troxler: «Ich möchte meinen Gästen vermitteln, was Genuss ist.»

Statt einer Küche gibts einen Grill

Das 1796 erbaute Gebäude strahlt einen besonderen Charme aus. «Als ich das Haus das erste Mal betreten habe, war mir klar, dass ich hier eine Beiz eröffnen werde», sagt Troxler und blickt mit strahlenden Augen im Raum herum. Alte Schmiedehämmer und Eisen erinnern an die Geschichte des Gebäudes.

Dabei stellt das Restaurant mit der alten Schmiedeesse als Grill eine besondere Herausforderung für den Koch dar. Denn dieser steht nicht in einer Küche, sondern inmitten der Gäste am urchigen Bratrost. Laut und hektisch wie in einer Grossraumküche kann es hier nicht zu- und hergehen. «Wir müssen untereinander sehr ruhig oder ganz ohne Worte kommunizieren», sagt Küchenchef Scheller. Das sei eine Herausforderung. «Und ein bisschen eine Therapie von der lauten klassischen Küche», fügt Scheller mit einem Schmunzeln an.

Man muss Menschen mögen

Was reizt eigentlich am Beruf des Beizers? «Es ist eine Leidenschaft», sagt Troxler. Besonders wichtig sei, dass man den Kontakt zu Menschen sucht. Wer jeden Morgen aufstehe und die ganze Welt verfluche, solle besser nicht in der Gastronomie arbeiten. Auch lange Präsenzzeiten gehören zum Beruf. Doch: «Es ist der schönste Job, man sitzt den ganzen Tag in der Beiz», sagt Troxler mit einem breiten Lachen.

Im Steakhouse wird er nicht immer anzutreffen sein: Denn Troxler bleibt vorwiegend in seinem ersten Restaurant, der «Pinte» tätig. «Aber es gefällt mir sehr hier, ich werde wohl öfters vorbei schauen», fügt er an. Die Hauptverantwortung für das Restaurant liegt bei Stefan Zaugg. Als Gastgeber wird er das Steakhouse führen. Momentan ist der 26-Jährige noch im letzten Semester seiner Ausbildung zum Hotelier.

«Das Team ist neu und noch nicht eingespielt, aber es funktioniert», sagt Troxler. Dabei ist das Steakhouse Schmitte finanziell unabhängig von der «Pinte». Alle Investitionen hat Troxler selbst getätigt. «Ich denke, es wird ein erfolgreiches Restaurant, denn es liegt an einer gut befahrenen Strasse.»