Baden
Hier kreiert der Kunde seine Glace selbst

Mit der neuen «Mia Gelateria» hat sich die 25-jährige Marina Bleiker in Baden einen Traum erfüllt.

Stefanie Garcia Lainez
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In Marina (links) und Astrid Bleikers Gelateria füllt der Kunde den Glacebecher mit so viel Glace, Streuseln und Früchten, wie er will.

In Marina (links) und Astrid Bleikers Gelateria füllt der Kunde den Glacebecher mit so viel Glace, Streuseln und Früchten, wie er will.

Alex Spichale

Man nimmt einen Glacebecher und füllt ihn mit so viel Eis, wie man will. Dann garniert man das Ganze mit Smarties, sauren Apfelringen oder frischen Erdbeerstücken, verteilt noch etwas Raffaello- oder Brownie-Creme darüber, und fertig ist die Glace, die man in der neuen «Mia Gelateria» in Baden in der Unterführung beim Manor selbst kreieren kann. Bezahlt wird nach Gewicht. Die Idee der Selbstbedienung kommt bei den Kunden offenbar gut an, wie Geschäftsführerin Marina Bleiker sagt: «Wir haben unterdessen im Schnitt rund 200 Kunden pro Tag. Und das, obwohl wir vor der Eröffnung im Juli nur auf Facebook Werbung machten. Wir sind sehr zufrieden.»

Dass die Eiscreme aus der Maschine kommt, störe die Kunden nicht. «Für viele ist es zwar etwas ungewöhnlich. Spätestens nach dem ersten Bissen merken sie aber, dass wir frische italienische Gelati anbieten – und kein herkömmliches Soft-Ice», sagt die 25-Jährige, die sich mit der Gelateria den Traum eines eigenen Geschäftes erfüllt hat. «Ich wollte schon immer etwas Spezielles machen, wusste aber lange nicht, was genau», so Bleiker. Ein Friseurgeschäft eröffnen wollte die gelernte Coiffeuse aus Fahrweid bei Dietikon nicht. «Ich wollte etwas ganz Neues machen.»

Als sie dann vor einem Jahr im Internet auf die Homepage der österreichischen «Mia Gelateria»-Kette stiess, wusste sie: Das ist es. «Ein solcher Eisladen mit Selbstbedienung hat mir hier in der Schweiz gefehlt.» Und da es sich bei der Kette um ein Franchise-Unternehmen handelt, musste sie auch nicht alles von Grund auf neu aufbauen. Bleiker betreibt den Laden zwar auf eigene Rechnung, Konzept und Produkte stammen aber von «Mia Gelateria». Ihre Mutter Astrid Bleiker (54) war von der Idee sofort begeistert und erklärte sich bereit, ins Geschäft einzusteigen. «Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander, und ich freue mich, mit ihr zusammen die erste ‹Mia Gelateria› der Schweiz zu führen», sagt Marina Bleiker.

Ein halbes Jahr suchten die beiden ein geeignetes Lokal. «Es sollte zentral, bezahlbar und in einer Stadt sein», sagt Marina Bleiker. In Zürich, Luzern und sogar in Basel schauten sie sich Geschäfte an. In Baden wurden sie schliesslich fündig. Zwar sei es in der Unterführung «Blinddarm» etwas dunkel. «Dafür ist der Ort gut von Fussgängern und Schülern frequentiert sowie vor Regen und Sonne geschützt.»

Mehrmals täglich füllen Marina und Astrid Bleiker nun die vier Maschinen mit einer milchartigen Molkereimasse auf und fügen frische Früchte oder Schokoladen-Paste dazu. Die Maschine kühlt das Ganze zu Eis. «Unsere Gelati sind nicht nur frisch zubereitet, sondern auch laktosefrei.» Aus acht Sorten können die Kunden auswählen. Frozen Joghurt und Fior di Latte sind ständig im Sortiment, die anderen sechs Sorten wechseln regelmässig. Im Moment bieten die Bleikers Vanille, Schokolade, Ananas, Mango, Banane und Erdbeere an. Im Winter ergänzen sie ihr Angebot mit Zimt- oder Lebkuchen-Glace, Crêpes, Pancakes und Waffeln. «Unsere Kunden freuen sich jetzt schon darauf», sagt Bleiker. Deshalb ist sie überzeugt, dass auch in der kalten Jahreszeit das Geschäft gut laufen wird.