Würenlos

Hier leben die Alten bald in einer Aktiengesellschaft

«Nun können wir die AG gründen und den Verwaltungsrat wählen.» Toni Möckel, Vizeammann von Würenlos

«Nun können wir die AG gründen und den Verwaltungsrat wählen.» Toni Möckel, Vizeammann von Würenlos

Die Gmeind hat definitiv entschieden: Das Alterszentrum wird zu einer Aktiengesellschaft, jetzt wird der Verwaltungsrat gewählt.

Der Grundstein für die «Alterszentrum Würenlos AG» ist gelegt. Nicht in der Form von Beton und Backstein, sondern in der rechtlichen Form einer Aktiengesellschaft. Mit grossem Mehr gegen zwei Nein bei einer Enthaltung hat die Gemeindeversammlung dem Antrag zugestimmt.

«Wir können nun die AG gründen und den Verwaltungsrat wählen», sagte Vizeammann Toni Möckel. Darauf forderte Consuelo Senn, Präsident der Orts-FDP: «Wählen Sie in den Verwaltungsrat Fachleute und möglichst wenig Politiker.»

Die Aktiengesellschaft wird mit einem Kapital von 4 Millionen Franken ausgestattet. Dabei handelt es sich um die 4 Millionen des Fonds für das Alterszentrum. Vorerst wird sie 1,5 Millionen erhalten, um die Schritte bis hin zum Baugesuch zu finanzieren. Die restlichen 2,5 Millionen werden nach vorliegen der Baubewilligung überwiesen. Wie lange es bis dahin dauern wird, liess Möckel offen und verwies auf die dahin abzuarbeitende Themenliste.

Gemeinde alleinige Eigentümerin

Die FDP verlangte zusätzlich zeitliche Angaben. Ihr Antrag wurde mit 61 gegen 119 Stimmen abgelehnt. Auch bleibt die Zentrumswiese, auf der das Alterszentrum gebaut werden soll, Eigentum der Gemeinde.

Sie wird alleinige Eigentümerin der AG sein. Klar ist auch, dass die AG das Heim nicht betreiben wird. Aus der Versammlung wurde angeregt, das Raumangebot zu überarbeiten: «Es soll den Bedürfnissen von uns Würenloserinnen und Würenlosern entsprechen.»

In Zusammenhang mit dem Alterszentrum steht der Kauf des Postgebäudes. Dafür bewilligte die Gemeindeversammlung diskussionslos 1,9 Millionen Franken. Das Areal und insbesondere die schmale Poststrasse bilden den Zugang zur Zentrumswiese. Nach Abschluss der Planung beabsichtigt die Gemeinde, das Gebäude für 1,6 Millionen Franken zu verkaufen. Wobei die Finanzkommission das Geschäft unterstütze, für sie ist der Verlust wegen der Verknüpfung mit dem Alterszentrum akzeptabel.

Beiträge für Musikschule steigen

Besonders zu Reden an der Gmeind gab die Musikschule: Mit dem neuen Reglement werden die Elternbeiträge für 25-Minuten-Lektionen um 40 Franken pro Semester steigen. «So kann der Kostendeckungsgrad um rund 25 000 Franken pro Jahr verbessert werden», sagte Möckel.

Die Finanzkommission wünschte sich ausführlichere Berechnungsgrundlagen und stellte den Antrag, das Regelement zurückzuweisen. Nachdem dieser abgelehnt wurde, verlangte sie mit einem zweiten Antrag, den Elternbeitrag von heute 40 auf 50 Prozent der Kosten zu erhöhen. «Wir sind nicht gegen die Musik aber wir müssen uns überlegen, wie viel uns die Musikschule Wert ist», sagte Kommissionspräsident Galli.

Aus der Versammlung wurde vor einer Tariferhöhung gewarnt. Bereits jetzt würden Eltern ihre Kinder abmelden, weil sie sich die Beiträge nicht mehr leisten könnten. Auch der zweite Antrag wurde abgelehnt und das Reglement mit grossem Mehr gegen sieben Stimmen angenommen.

Finanzlage bleibt angespannt

Während die Gründung der Aktiengesellschaft sowie das Reglement der Musikschule für Diskussionen sorgten, wurden alle restlichen Traktanden von den anwesenden 242 der gesamthaft 4131 Stimmberechtigten ohne grössere Debatten angenommen. Wobei alle Beschlüsse, ausgenommen die Einbürgerungen, dem fakultativen Referendum unterliegen.

So hat die Gemeindeversammlung das Budget 2017 mit grossem Mehr, bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 109 Prozent, genehmigt. Trotzdem bleibt die Finanzlage angespannt. Denn die Gemeinde muss rund 16,5 Millionen Franken oder rund 2657 Franken pro Kopf stemmen.

Elf Personen eingebürgert

In den letzten Jahren wurde die Abwasserreinigungsanlage Killwangen-Spreitenbach-Würenlos für rund 16 Millionen Franken ausgebaut. Auf Würenlos entfallen 3,99 Millionen Franken. Diese Kreditabrechnung wurde diskussionslos genehmigt. Für die Revision der Nutzungsplanung bewilligte die Versammlung, bei einer Gegenstimme, 525 000 Franken. Auch der Baurechtsvertrag für den im Bau befindlichen Sportplatz Tägerhard wurde mit grossem Mehr zugestimmt.

Elf Personen wurde das Bürgerrecht der Gemeinde zugesichert. Zudem wird die Gemeinde Bergdietikon in die Zivilschutzorganisation und das regionale Führungsorgan Wettingen-Limmattal aufgenommen. Als letzte Verbandsgemeinde stimmte Würenlos dieser zu.

Meistgesehen

Artboard 1