Seit 2007 läuft der Planungsprozess für ein neues Wohnquartier der Stadt Baden in Dättwil. Dort, westlich der Nationalbahnlinie, im Galgenbuck, befindet sich die letzte grosse Baulandreserve Badens. Total 15,6 Hektaren, wovon 3,8 eingezont sind. Der Rest ist Bauerwartungsland (vormals 2. Etappe) und figuriert im Zonenplan als Übergangszone.

Der Stadtrat möchte das Land aktivieren und in den nächsten Jahren zur Überbauung freigeben. Das Siedlungsgebiet der Stadt vergrössert sich also um 11,8 Hektaren, ausgenommen die 12 Aren der Liegenschaft «Bahnwärterhäuschen», die so bestehen bleiben soll. Damit gehen in derselben Grössenordnung Fruchtfolgeflächen verloren.

Bevölkerungsdruck steigt

Bis ins Jahr 2035 wird die Bevölkerungszahl in der Region Baden gemäss den Prognosen des Kantons um 23 Prozent (+30 000) wachsen.

Für die Stadt Baden würde das einer Zunahme von gut 4000 Einwohnern entsprechen. Das überbaubare Stadtgebiet (Wohn- und Mischzonen) ist heute allerdings zu 96 Prozent überbaut.

In der Stadt werden letzte grössere Bauvorhaben geplant: im Brisgi, auf den Verenaäckern sowie auf der Allmend (Planung); die beiden Wohnhochhäuser im Martinsbergquartier sind in Bau. Dennoch wird bis 2035 in der Stadt Baden ein Nachfrageüberschuss nach Wohnraum für mehr als 2000 Personen bestehen.

Über einen Studienwettbewerb ist ein Überbauungsszenario für den Galgenbuck ermittelt worden. Aufgrund dessen schätzt man das Potenzial des Areals auf rund 600 Wohneinheiten für 1300 bis 1400 Menschen, das sind mehr als die Gemeinde Freienwil Einwohner hat.

Das Gebiet soll baulich mit hoher Qualität und nachhaltig entwickelt werden. Mit «nachhaltig» ist zum Einen die Anbindung an den öffentlichen Verkehr mit «autoreduzierter» Erschliessung gemeint, zum Andern die Schaffung von Raum, wo sich Familien ansiedeln können.

Gemäss Studie sind Reihenhäuser mit Geschosswohnungen vorgesehen. Die Anordnung in Reihen und Zeilen führt zu einer verdichteten Bauweise, ohne dass unpassende Grossformen entstehen.

Die Baudichte ist unterschiedlich angeordnet, gegen aussen wird sie dichter. Ausserdem sind 2 Hektaren für öffentliche Frei- und Grünräume reserviert. Diese Erweiterung des Baugebiets erfordert eine Anpassung des kantonalen Richtplans.

Planungsphase II läuft bereits

Im Jahr 2007 lancierte der Stadtrat den Studienauftrag, wofür der Einwohnerrat einen Kredit von 350 000 Franken genehmigte. 2009 und 2011 folgten weitere Kredit in derselben Grössenordnung für die Planungsphase II.

Nebst Einwohner- und Ortsbürgergemeinde sind verschiedene Landeigentümer involviert. Diese haben schon im November 2011 der Landumlegung, dem Beitragsplan sowie dem öffentlich-rechtlichen Vertrag betreffend die Entwicklung des Gebiets grundsätzlich zugestimmt. Landumlegung und Beitragsplan werden nun verbindlich festgelegt.

Damit das Gebiet eingezont werden kann, wird eine weitere Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung notwendig. Zuvor jedoch muss der kantonale Richtplan angepasst werden. In einem nächsten Schritt hat der Grosse Rat über die Richtplanpassung zu befinden.