Wettingen

Hier werden Kinder in den Ferien zu Clowns, Akrobaten und Tigern

Die Kirchgemeinden von Würenlos und Wettingen/Neuenhof haben gemeinsam als Ferienprojekt einen Kinderzirkus organisiert – und wurden von Anmeldungen überrannt. Für die 50-köpfige Kinderschar sind insgesamt 30 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.

Die Landeskirchen kämpfen für gewöhnlich mit Kirchenaustritten und dem damit verbundenen Stellenabbau. Aus der Not haben die reformierten Kirchgemeinden Würenlos und Wettingen/Neuenhof aber eine Tugend gemacht: Weil beide Jugendarbeiter nur Teilzeitstellen haben, taten sie sich zusammen und kreierten gemeinsam ein Projekt für einen Kinderzirkus.

Dank der Zusammenarbeit konnten die beiden Kirchgemeinden auch mehr Leiter und Helfer aufbieten. Für das Ferienprojekt hat man Schulen und Gemeindemitglieder angeschrieben. Das Interesse war derart gross, dass die Organisatoren bereits entschieden haben, beim nächsten Mal weniger Werbung zu machen.

«Wir hatten so viele Anmeldungen, dass wir schon nach einem Monat eine Warteliste führen mussten», freut sich Michael Schatzmann, Jugendarbeiter bei der reformierten Kirchgemeinde Wettingen/Neuenhof. Mit Irina Rindlisbacher, Sozialdiakonin in Würenlos, leitet er das Zirkusprojekt.

Balance-Akte und Saltos: Eine Kostprobe aus der Kinderzirkus-Uraufführung.

Balance-Akte und Saltos: Eine Kostprobe aus der Kinderzirkus-Uraufführung.

«Mit Würenlos haben wir zwar schon ähnliche Projekte gemacht. Einen Kinderzirkus organisieren wir aber zum ersten Mal gemeinsam», sagt Schatzmann. «Die Zusammenarbeit mit Würenlos entlastet mich enorm.» Auch Rindlisbacher ist froh um die Zusammenarbeit. «Ich bin noch nicht so lange in Würenlos tätig. Michael hat viele Kontakte und hilft mir dadurch sehr.»

In den vergangenen Tagen haben die 52 Kinder für den Zirkus geübt. Unter den Kindern sind aber nicht nur Reformierte oder Katholiken, sondern auch ein muslimisches Kind. «Wir freuen uns sehr über diese religiöse Vielfalt», sagt Schatzmann.

Ein Besuch bei der Generalprobe zeigt: Hier ist nicht die Religion im Vordergrund, sondern die Freude an Bewegung und Darstellung. Die Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren sind Clowns, Akrobaten, Jongleure oder gezähmte Raubtiere – wenn auch nur verkleidet. «Material und Kostüme konnten wir vom Kinderzirkus Zappelino ausleihen, der zurzeit keine Vorführungen hat», sagt Rindlisbacher.

Für die 50-köpfige Kinderschar braucht es eine grosse Anzahl von Betreuern und Helfern. «Insgesamt haben wir 30 Helfer. Darunter auch eine Schneiderin, welche für die Kostüme zuständig ist», sagt Michael Schatzmann. Auch fürs leibliche Wohl will am Abend der Vorführung gesorgt sein. Eltern kümmern sich in der Küche um das Essen und Trinken.

Schatzmann ist stolz darauf, dass unter den Leitern viele Jugendliche dabei sind. «Die Arbeit all dieser Helfer ist ehrenamtlich. Am Abend der Vorführung machen wir eine Kollekte», sagt Schatzmann stolz, der an der Vorführung den Part des Zirkusdirektors übernimmt. Bekanntlich aber ist des Künstlers Lohn der Applaus. Bei der gestrigen Vorführung im Kirchgemeindehaus in Wettingen vor 250 Besuchern ist dieser nicht gering ausgefallen.

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