Rundlich wie ein Baby-Po steht die kleine «Swissair»-Maschine nahe der Museumskasse. Sie weist den Weg hinunter in die spannende und aufregende Welt des Fliegens, ganz besonders in das Wesen, die Geheimnisse, die Entwicklung der Flugzeuge – aber längst nicht nur. Auch auf einem Trampolin, einer Schaukel, ja gar auf einer Rutschbahn ist man für Momente mit keinem Bein mehr auf dem Boden. Fliegen kann man aber auf die Nase, beispielsweise beim Velofahren. Um das zu erfahren, muss man allerdings nicht ins Museum.

Dass Vögel fliegen, ist bekannt. Wer aber weiss schon, dass der schnellste von ihnen, der Wanderfalke, im Sturzflug ein Tempo von bis zu 300 km/h erreicht. Oder dass der Flugweite-Rekord eines Papierfliegers bei 69,1 Metern liegt.

Im Kindermuseum nimmt man Platz in einem Passagiersitz, schnallt sich an und schon ist man ready to take off. Auf dem Bildschirm vor sich taucht eine Auswahl von Destinationen auf: Soll es zum Papierflieger gehen, zu Segelfliegern, zu einem Wing-Suit-Flieger? Wie wäre es mit einer kleinen Reise im Schlepptau einer Helvetic-Airways-Co-Pilotin oder aber dem Besuch bei einer Wasserspringerin, die – wenn sie vom 5- oder 10-Meter Turm abspringt – auch ganz schön durch die Luft fliegt.

Schulklasse konstruiert Flugis

Die kurzen Filme sind ein Ausstellungs-Highlight unter vielen. Da steht zum Beispiel auch ein flaches Flugzeug der «Air Kindermuseum», von dem aus man liegend einen aufregenden Drohnenflug von Baden über den Thunersee, das Albula-Tal und zurück in den Hangar am Ländliweg 7 erlebt.

An der Decke über der Treppe zur Ausstellung hängen coole Flugzeuge, konstruiert von Viertklässlern aus dem Höchi-Schulhaus Dättwil unter der Leitung ihres Werklehrers Sambo Deng. In den einen Vitrinen stehen und hängen Spielflugis aus Blech, Kunststoff, Holz, in anderen sind Bücher und Hefte rund ums Fliegen ausgestellt, und in nochmals anderen können fliegende Subjekte aus der Natur – Schmetterlinge etwa, und Vögel – von ganz nahe studiert und bewundert werden.

Bei der Eröffnung der Sonderausstellung am Samstag berichtete Stadtrat Erich Obrist von einem ureigenen Flug, den er als Neunjähriger absolviert hatte: «Ich fuhr bei uns in Dättwil mit dem Velo in einem Affenzahn ganz gezielt auf einen Miststock zu. Der stoppte das Velo, ich hob ab und bin unverletzt auf der anderen Seite vom Miststock gelandet.»

«Traum vom Fliegen»: Die Sonderausstellung im Kindermuseum am Ländliweg 7 in Baden dauert bis zum 31. Dezember 2018.