Dättwil

Hier wird Holz aus der Region zu Strom und Wärme

Wärme, Strom für 700 Haushalte und 3000 Tonnen weniger CO2 im Jahr – das erzielt die Regionalwerke AG Baden mit ihrer neuen Energiezentrale beim Werkhof des Stadtforstamtes.

Für die Regionalwerke AG Baden (RWB) ist es ein Leuchtturmprojekt: die neue Energiezentrale in Dättwil. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde der Neubau gestern offiziell eröffnet.
Mit der Energiezentrale werden Fernwärmekunden in Dättwil neu mit Wärme versorgt, die aus erneuerbarer Energie stammt: von Holz aus der Region. An der Heizzentrale angeschlossen ist ausserdem eine Stromproduktionsanlage, die ökologisch hergestellten Strom ins Netz der RWB einspeist.

«Das Thema Energie hat uns in den letzten Monaten bewegt», sagte Werner Graber, Verwaltungsratspräsident der RWB, mit Blick auf das Ja zum Energiegesetz. Er spannte damit den Bogen zur RWB, die seit Jahren die Produktion aus erneuerbaren Energien in ihrer Strategie verankert hat. «Dass diese kein Papiertiger ist, beweist die neue Energiezentrale.» Stadtammann Geri Müller (Team) fügte hinzu, dass das neue Holzkraftwerk ein wichtiges Zeugnis der heutigen Generation für die nächste sei. «Energie soll möglichst dort produziert werden, wo sie auch verbraucht wird», sagte Müller.

«Gas vom Jelzin, Öl vom Saddam, Holz vom Förster»

«Gas vom Jelzin, Öl vom Saddam, Holz vom Förster»

Jonas Hurter, Projektleiter RWB, über das ominöse Holzschild. 

Schub für Forstwirtschaft

Als Brennstoff dient der Energiezentrale, die beim Forstwerkhof Segelhof steht, Landschaftspflegeholz und Waldhackschnitzel. Das Besondere daran: Das Energieholz stammt aus einem Umkreis von weniger als 20 Kilometern. Der ehemalige Stadtoberförster Georg Schoop merkte an, dass das Grossprojekt einen Mehrwert für Mensch, Umwelt und Wirtschaft schaffe. Zudem sei der Zeitpunkt ideal: Stürme wie Lothar im Jahr 1999, der rund ein Viertel des Badener Waldes zerstört hatte, und die Frankenstärke würden vielen Betrieben das Rückgrat brechen. Schoop zeigte sich erfreut, dass sich die RWB entschieden hatte, in das Projekt zu investieren und dadurch Holz regional verwerten zu wollen.

Das Holzkraftwerk, das vom Badener Architekturbüro Zulauf&Schmidlin realisiert wurde, deckt rund 85 Prozent des Wärmebedarfs Dättwils ab und liefert Strom für 700 Haushalte. Mit der lokalen Energiegewinnung wird der CO2-Ausstoss um 3000 Tonnen pro Jahr reduziert. Für die Verwertung benötigt die Anlage rund 7350 Tonnen Holz pro Jahr; produziert werden damit rund 13 GWh Wärme und 4 GWh Strom.

Die Energiezentrale kostete 15 Mio. Franken und ist seit Kurzem am Netz.

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