Fasnacht

Hieronymus Füdlibürger organisierte Sex-Partys für Berlusconi

Muammar Gaddafi (re.) versucht Hieronymus Füdlibürger vor dem Todesurteil zu bewahren.

Muammar Gaddafi (re.) versucht Hieronymus Füdlibürger vor dem Todesurteil zu bewahren.

Nach einem juristischen Showdown mit Prominenz im Zeugenstand wurde der Übeltäter einmal mehr verbrannt. Bis zuletzt durfte die grosse Anhängerschaft von Hieronymus Füdlibürger noch hoffen.

Mit einem flammenden Schussplädoyer wollte die Verteidigerin dem hohen Zunftgericht weismachen, dass sie Gefahr laufe, einen historischen Justizirrtum zu begehen. Als Hauptgrund wurde seine Persönlichkeitskrise genannt, an der auch die Aargauer Zeitung wegen ihrer ständigen Layoutänderungen mitverantwortlich sei.

Die Fasnacht beginnt: Hier wird der Badener Füdlibürger verbrannt

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Die Verteidigung appellierte Namens aller Zusammenschlusswilliger, dass mit Füdlibürger einer der grossen Verfechter der Fusion mit Neuenhof verloren ginge. Vergeblich. Der Schuldspruch der Geschworenen war überraschend klar ausgefallen.Trotz frenetischem Empfang

Frenetischer Jubel und Pfiffe

Wie die Figur von Hieronymus Füdlibürger polarisieren kann, das zeigte schon der Umzug des hohen Gerichts durch die Innenstadt: Hier der frenetische Jubel seinen Fans, dort die Pfiffe seiner Opponenten. Seine Sympathien dürften doch bei einigen Leuten geschwunden sein, als sie ihn auf dem hohen Wagen an der Seite von Muamar Gaddafi erblickten.

Dass der Despot gleich noch als Kronzeuge den gegen Füdlibürger gehegten Verdacht auf Waffenschieberei bestätigte, ist exemplarisch für die politische Komplexität des Falles. Doch weder der Staatsanwalt noch der Verteidiger vermochten daraus Kapital zu schlagen.

Eher lächerlich wirkte dagegen der Vorwurf, Füdlibürger hätte für den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi Sex-Partys mit Minderjährigen Frauen organisiert. Dies, obschon Berlusconi persönlich im Zeugenstand einen uneinsichtigen Eindruck hinterliess und mit seinen Aussagen den Angeklagten auch nicht weiter belastete.

«Scharfrichter zünd aah»

Mit ihrem flehenden Aufruf, «Hieronymus Füdlibürger ist doch ein rechtschaffener Bademer», war dann die Verteidigerin am Ende ihres Lateins. Und nach den langen Plädoyers ging es dann Schlag auf Schlag.

Die Geschworenen nahmen sich zwar sehr viel Zeit, kamen aber zu einem grossmehrheitlichen Schuldspruch. Angesichts der wachsenden Ungeduld der auf die Fasnachtseröffnung wartenden Narrenschar verzichtete das Gericht auf längere Diskussionen über mögliche Strafmasse und überliess den Malefizienten einmal mehr dem Feuertod. Der Schultheiss befahl sodann mit markiger Stimme: «Scharfrichter zünd aa, d Bademer Fasnacht 2011 foht aa!».

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