Baden/Ennetbaden
Hightech-Baden: Mehr, schneller, sicherer – dank neuer Daten-Autobahn

Grössere Datenmengen sollen schneller und sicherer als bis anhin nach Hause geliefert werden: Die Baden Fibre Networks AG erstellt in den beiden Gemeinden Baden und Ennetbaden ein Glasfasernetz.

Roman Huber
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Von links: Christoph Umbricht (Regionalwerke), Roger Heggli (Swiss4net), Johann Widmer, Baden Fiber Networks AG, Toni Laube (Gemeinde Ennetbaden) und Thomas Lütolf (Stadt Baden). -rr-

Von links: Christoph Umbricht (Regionalwerke), Roger Heggli (Swiss4net), Johann Widmer, Baden Fiber Networks AG, Toni Laube (Gemeinde Ennetbaden) und Thomas Lütolf (Stadt Baden). -rr-

Was in grossen Städten und unter anderen auch in Spreitenbach bereits vorhanden ist, soll nun auch in der Stadt Baden und in der Gemeinde Ennetbaden für jedermann Normalität werden können: ein Netz bestehend aus vier Glasfasern, das grössere Datenmengen sicherer und mit höherer Geschwindigkeit jedem Kunden direkt nach Hause liefert.

Es kann für Internet, Fernsehen, Radio und Telefonie genutzt werden.

Die Fibre Networks AG, Tochter der Swiss4net Holding AG, wird als Netz-Betriebsgesellschaft jede Immobilie in den beiden Gemeinden ans Glasfasernetz anschliessen, und zwar kostenlos für den Kunden, privat finanziert, ohne Quersubventionierung.

Die Fibre Networks AG zeichnet für Bau und Betrieb verantwortlich. Die Regionalwerke, deren Rohre vielerorts über ausreichende Kapazitäten verfügen, wird die Fibre Networks unterstützen.

Gratis bis ins Haus

«Fibre To The Home» (FTTH) heisst das Zauberwort. Das FTTH-Netz ermöglicht jedem Kunden eine direkte Verbindung zwischen den Telekommunikationsdiensten des Providers (Swisscom, Sunrise etc.) und der eigenen Wohnung oder dem Geschäft. Voraussetzung ist jedoch, dass der Anbieter seinen Dienst auch auf Glasfasern anbietet.

«Die Nachfrage nach mehr Bandbreiten wächst stetig», erklärt Roger Heggli von Swiss4net. Der Zuwachs des Verkehrs im Internet steigt ungebrochen. «Die Kupfer- und Kabelleitungen stossen schon heute an ihre technischen Grenzen und sind nur mit viel Aufwand ausbaubar», so Heggli.

Glasfaser hingegen garantiere den ungestörten Transport einer unbegrenzten Datenkapazität in Lichtgeschwindigkeit. «Das Bedürfnis für Up- und Downloads grosser Datenmengen wie Videos oder Musik wird in der Bevölkerung weiter wachsen», ist für Heggli klar.

«Wir haben uns selber Gedanken über ein solches Glasfasernetz gemacht, denn wir haben eine gute Rohr-Infrastruktur», sagt Christoph Umbricht, Geschäftsführer der Regionalwerke AG Baden. Ein flächendeckendes Glasfasernetz hätte jedoch die Möglichkeiten der Regionalwerke überstiegen.

Seit drei Jahren sei man bereits im Gespräch, sagt Heggli. Im Februar sollen alle privaten Eigentümer in Baden und Ennetbaden angeschrieben werden. Wer sofort einsteigt, bleibt kostenfrei.

Die Planung soll unverzüglich an die Hand genommen werden. Der ganze Netzbau werde rund vier Jahre in Anspruch nehmen. Ab 2015 soll der Betrieb schrittweise gestartet werden.

Dass dieses Netz für die Bevölkerung einen grossen Gewinn bringen werde, davon sind auch Toni Laube, Gemeindeschreiber von Ennetbaden, und Thomas Lütolf, Standortmarketing Stadt Baden, überzeugt.

Laut Heggli habe man zwei Provider an Bord. Bis zum Start rechnet man mit weiteren. Die Finanzierung sei gesichert. Der Geldrückfluss erfolgt über die Miete, die der Provider für die Benutzung des Glasfaserkabels bezahlen muss.

«Für den Kunden wird sich aber nichts verteuern», verspricht Heggli. Auch die Regionalwerke profitieren: Für die Benutzung ihres Rohrnetzes lasse sich für den Stromkunden der Strompreis reduzieren.