Das Familienzentrum Karussell wird im Rahmen eines vierjährigen Pilotprojekts weiter entwickelt und ausgebaut. «Die Mütter-Selbsthilfe wandelt sich zum professionellen regionalen Kompetenzzentrum», steht in der Vorlage zur Juni-Sitzung der Einwohnerräte Baden und Wettingen.

Dazu benötigt man zusätzliche Räume, die man an der Haselstrasse 6 gefunden hat. Darum und weil die katholische Kirchgemeinde nicht mehr die volle Miete übernehmen kann, wird das Familienzentrum Karussell vom Kirchplatz wegziehen.

Für das vierjährige Projekt wird die Stadt Baden jährlich 180 000 Franken beisteuern; die Gemeinde Wettingen vorerst für 2015 und 2016 je 50 000 Franken – die beiden folgenden Jahresbeiträge an die Betriebskosten will Wettingen vom Resultat des Zwischenberichts abhängig machen.

An die Investitionskosten (Innenausbau, Umgebung und Einrichtungen) wird Baden 100 000 und Wettingen 20 000 Franken zahlen. Es wird mit weiteren Gemeindebeiträgen gerechnet. Zudem sind Beiträge des gemeinnützigen Frauenvereins Baden und des Swisslosfonds in Aussicht gestellt.

Früherfassung bei Problemen

«Jede Mutter, jeder Vater kennt das Gefühl, wenn man mit kleinen Kindern nicht mehr weiter weiss. Viele können darüber mit Menschen sprechen, die ihnen nahestehen, einige aber nicht. Das Karussell ist ein niederschwelliges Angebot, das allen offen steht, vor allem Eltern, die alleine sind, deren Kinder noch nicht zur Schule gehen», erklärt Badens Stadtammann Geri Müller das Projekt.

Die Wichtigkeit einer solchen Stelle bestätigt ein externer Bericht. «Oft ist es das einzige Kettenglied zwischen Frauen und ihrer fehlenden Umwelt. Manchmal, weil ihre Familie nicht in der Stadt wohnt oder von noch weiter her kommt», weiss der Stadtammann. Mit solchen Einrichtungen habe man in Deutschland sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das Familienzentrum Karussell dient der Prävention. Probleme können dort früh erfasst werden. Das Fachpersonal stellt zusammen mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden und Praktikanten die Grundversorgung sicher.

Dazu gehören Bildungs- und Beratungsangebote, das Fördern der Kinder, Unterstützung und Entlastung von Müttern und Vätern wie Babysitting, das Vernetzen von Eltern, Infothek über Beratungsstellen, Betreuungsangebote, Kontaktvermittlung und Integrationsmöglichkeiten.

Seit 16 Jahren besteht das Familienzentrum als mehrheitlich ehrenamtlich betriebener Begegnungsort, der zunehmend in eine Krise geriet. Die Weiterentwicklung wurde von der städtischen Abteilung Kinder Jugend Familie empfohlen.

Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal und Wettingen finanzieren das Projekt zusammen mit dem Familienzentrum. Das Konzept für eine vierjährige Pilotphase wird von der Fachhochschule Luzern begleitet.