Baden
Historisches Museum: Eine Surftour durch die Geschichte der Bäderstadt

Am Eröffnungswochenende des Historischen Museums erwarteten den Besucher gleich zwei neue Ausstellungen. Einerseits «Geschichte ‹verlinkt›» - eine interaktive Entdeckungsreise, und andererseits die Sonderausstellung «Treffen der Dinge».

Philippe Neidhart
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Eröffnungswochenende Historisches Museum Baden
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Im Auftaktraum kann man neun verschiedenen Expertinnen und Experten lauschen.
Fotografin Claudia Breitschmid (l.) im Gespräch mit Carol Nater Cartier.
Die Sonderausstellung 'Treffen der Dinge' zeigt die sonst verborgenen Schätze des Museums.
Die Sonderausstellung 'Treffen der Dinge' zeigt die sonst verborgenen Schätze des Museums.
Die Sonderausstellung 'Treffen der Dinge' zeigt die sonst verborgenen Schätze des Museums.
Die neue Dauerausstellung des Historischen Museums ist überaus interaktiv.
Die Sonderausstellung 'Treffen der Dinge' zeigt Fotografien von Claudia Breitschmid.
Carol Nater Cartier führt die Besucher durch die Ausstellung.
Die neue Dauerausstellung im Historischen Museum Baden lädt zum Verweilen ein.
Bei der Rampe kann man sich in historischen Kostümen fotografieren lassen.
Der Wechselstromgenerator der BBC ist für Kinder und Erwachsene faszinierend.
Carol Nater Cartier erkl+ñrt den Besuchern, wie die interaktive Ausstellung funktioniert.
Bei der Ausstellungswand gibt es so einiges zu entdecken.
Wikipedia live erleben - die neue Dauerausstellung 'Geschichte verlinkt' im Historischen Museum Baden.
Auch Waffeleisen gehören zu der Sammlung des Historischen Museums Baden.
Bei der Sammlungswand gibt es einiges zu entdecken.
Zur Vernissage der Sonderausstellung gehörte auch eine Performance von Tänzerin Sarah Keusch.
Auch die Jugendkultur der B+ñderstadt wird thematisiert.
Wikipedia live erleben - die neue Dauerausstellung «Geschichte verlinkt» im Historischen Museum Baden.
Während der Vernissage konnte man sich mit seinem Lieblingsgegenstand porträtieren lassen.
Tänzerin und Künstlerin Sarah Keusch bei ihrer Performance im Historischen Museum Baden.
Solche Trainingsgeräte wurden früher bei der Kur eingesetzt.
Tänzerin und Künstlerin Sarah Keusch bei ihrer Performance im Historischen Museum Baden.
Kurt Zubler referiert über die Gegenstände der Ausstellungswand.
Tänzerin Sarah Keusch mit Kollegin und Fotografin Claudia Breitschmid.

Eröffnungswochenende Historisches Museum Baden

Philippe Neidhart

Museumsleiterin Carol Nater Cartier steht die Freude im Gesicht geschrieben, als sie die ersten Besucher durch die neue Dauerausstellung führen kann. Acht Jahre hat es von der Idee bis zur Realisierung gedauert, das Resultat kann sich sehen lassen.

«Geschichte ‹verlinkt›» nennt sich die interaktive Entdeckungsreise – und der Name ist Programm: Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den einzelnen Ausstellungsstücken ist kaum zu erkennen – vielmehr ist es ihre kulturelle und gesellschaftliche Verknüpfung, die im «Melonenschnitz» in intelligenter und innovativer Weise aufgezeigt wird.

Interaktive Tour durch die Geschichte

Wie im Internet surft der Besucher durch die Vergangenheit der Bäderstadt und folgt in detektivischer Manier verschiedensten Spuren der Geschichte. «Wir versuchten, überall etwas Interaktives einzubauen», sagt Nater Cartier, während vor ihr eine Modelleisenbahn ihre Runden um die Glocke dreht, die einst die erste Abfahrt der Spanischbrötlibahn angekündigt hatte.

Sogenannte Objektinseln bilden den Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung – an jeder von ihnen ist ein Monitor angebracht. «Man kann die Badener Geschichte ersurfen», erklärt die Museumsleiterin und tippt auf ein unterstrichenes Wort im Bildschirm. Sofort blinkt eine andere Insel auf, die Spurensuche führt weiter zurück in die Vergangenheit. Das mediterrane Mosaik aus längst vergessener Zeit geht zurück zu den Anfängen von Baden, zur Siedlung «Aquae Helveticae».

«Die warmen Quellen sind der Ursprung von Badens Geschichte», erläutert Nater Cartier. So entdeckt der geneigte Besucher an jeder Ecke historische Verknüpfungen – beispielsweise ähneln sich das alte Trainingsrad aus dem Volksheilbad Freihof und die Transmissionsanlage aus einer Badener Kleinwerkstatt aus den 30er-Jahren.

Blick hinter die Kulisse

Die in zehn Themen eingeteilte Sammlungswand hingegen präsentiert sich eher klassisch: «Das Museum bildet eine Basis, um in die Geschichte einzutauchen», erklärt der Archäologe Kurt Zubler, der einige spannende Anekdoten zu den zahlreichen Gegenständen zu erzählen weiss. Allerdings kann längst nicht alles aus der museumseigenen Sammlung ausgestellt werden. Bei der Sonderausstellung «Treffen der Dinge» erhält man einen Einblick in ebendiese Sammlung, die man als Besucher normalerweise nicht zu Gesicht bekommt – dies in Form von Fotografien von Claudia Breitschmid.

«Fotografie ist der Ankerpunkt meiner Arbeit», so die Künstlerin. Zuletzt hatte sie jedoch viel mit Archivmaterial gearbeitet: «Es ist das erste Mal seit langem, dass ich wieder selbst hinter der Kamera stand.» Dabei beliess es Breitschmied allerdings nicht – die Fotos wurden anschliessend mit Siebdruck weiter bearbeitet, sodass mehrschichtige Bilder entstanden, die noch bis Ende Juli einen ganz speziellen Blick hinter die Kulisse des Museums erlauben.

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