Vor anderthalb Jahren sagte der Einwohnerrat deutlich Ja zum Projektierungskredit für eine neue Dauerausstellung im Historischen Museum. Damit stellte er sich klar hinter diese Institution. Doch jetzt geht es ums Eingemachte. Der Stadtrat legt dem Einwohnerrat zwei Kredite vor: 1,62 Mio. Franken für eine neue Dauerausstellung und Massnahmen, um die Besucher besser zu führen sowie das Foyer neu zu gestalten, dazu einen Baukredit von 274 000 Franken, damit die notwendige klimatische Verbesserung im Museum hergestellt werden kann.

Die Finanzkommission hat sich am Mittwoch eingehend informieren lassen und nach kontrovers geführter Diskussion grossmehrheitlich Ja zur Vorlage gesagt, hat das Badener Tagblatt gestern in Erfahrung gebracht. Die Fraktionen werden das Geschäft erst noch beraten, doch sei auch bei den bürgerlichen Parteien mit einer Zustimmung zu rechnen, schickten einige Ratsmitglieder voraus. Inhaltlich gebe es an der Vorlage wenig auszusetzen.

Den Aufschwung mitnehmen

Das Museum soll den gegenwärtigen Aufschwung mitnehmen und in eine erfolgreiche Zukunft geführt werden, erklärt Stadtammann Geri Müller zur Vorlage. Doch: War beim Projektierungskredit noch von einer Million Franken für die neue Dauerausstellung die Rede gewesen, so liegen die Kosten nun rund 600 000 Franken höher.

Der Einbezug von Ausstellungsexperten, Historikern, der Denkmalpflege, aber auch von Lehrpersonen, Marketingleuten und Stammgästen hat laut der Vorlage des Stadtrates zusätzliche Bedürfnisse zutage gebracht. Seitens der Stadt waren die Abteilungen Informatik, Liegenschaften und Standortmarketing involviert. Schliesslich resultierte eine Neukonzeption, die den «Melonenschnitz» – so wird der 23 Jahre alte Bau im Volksmund genannt – inhaltlich zu neuen Ufern führen soll.

Die Neukonzeption beinhaltet ein attraktives Vermittlungsprogramm für Schulen unterschiedlicher Altersstufen. Im und ausserhalb des Museums wird der Besucher angesprochen und durch die Ausstellung geführt. Die Aufenthaltsbereiche, insbesondere Empfang und Foyer, werden aufgewertet. Der Hauptraum wird eine moderne Veranstaltungstechnik erhalten, damit er vermehrt für Konzerte, Lesungen oder andere Veranstaltungen auch fremdvermietet werden kann. Die bessere Nutzung des «Melonenschnitzes» stand schon länger auf der Wunschliste der bürgerlichen Parteien.

Stadt Baden multimedial

Die neue Dauerausstellung mit den Hauptthemen Industrie, Bäder und Tagsatzungsort wird multimedial und mit einem speziellen Erzählkonzept gestaltet. «Damit ist sie nicht nur regional interessant, sondern verspricht auch überregional bis national, punktuell sogar internationale Ausstrahlung», heisst es in der Vorlage des Stadtrates. Sie richtet sich an ein interessiertes, auch altersmässig breites Publikum, das an der Vergangenheit und an einem einzigartigen Museum Freude hat.

Gezielte bauliche Massnahmen für klimatische Verbesserungen sind laut Geri Müller für den Betrieb der Sonderausstellungen unabdingbar. Gewisse Leihgeber würden ihre Exponate ansonsten nicht zum Ausstellen geben. Auch Besucher und Museumsmitarbeitende haben sich schon über die klimatischen Bedingungen beklagt.

Einwohnerratssitzung: 24. März, 19 Uhr, Aula der Pfaffechappe in Baden.

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