In einem kleinen, dunklen Raum stehen zierliche, fein gearbeitete Handpuppen. Sie sind hinter Glas, gesichert. Kein Wunder: Sie sind sehr wertvoll, stammen sie doch von Paul Klee. Der Künstler hat zwischen 1916 und 1925 rund 50 Figuren für seinen Sohn geschaffen. Dieser spielte damit zuerst im Familienkreis, später gab er auch öffentliche Vorstellungen. Und heute sind die Handpuppen an der Ausstellung «Figuren fallen nicht vom Himmel» in Baden zu sehen.

Die Ausstellung, die im Rahmen der Jubiläumsausgabe von Figura Theaterfestival und in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Baden durchgeführt wird, widmet sich dem Schweizer Figurentheater. Genauer gesagt blickt sie hinter die Kulissen dieses Genres und zeigt eindrücklich die grosse Bandbreite auf, die das Figurentheater ausmacht. An der Vernissage, die am Freitagabend im Historischen Museum stattfand, betonte Patrick Nöthiger, Leiter Kultur der Stadt Baden, den Wert dieser Puppen und wieso es wichtig ist, dass ihnen auch ausserhalb der Bühne eine Plattform geboten wird: «Figuren werden in langer Arbeit gefertigt. Und dies meist für ein kurzes Leben.» Durch die Ausstellung können diese Einzelstücke noch etwas länger am Leben erhalten werden.

Pierre-Alain Rolle und Michael Huber, die beiden Ausstellungsmacher, haben mit grossem Aufwand die unterschiedlichen Figuren zusammengesucht und dabei sowohl die verschiedenen Materialien als auch die Aufführungsarten berücksichtigt. So stehen im historischen Museum neben dem Kasperli, Stabpuppen und Marionetten und neben menschengrossen auch ganz winzige Figuren. Zu sehen sind historische Exponate von beispielsweise Sophie Täuber-Arp, Fred Schneckenburger und eben Paul Klee, aber auch solche von aktuellen Ensembles, wie von Mummenschanz, der Dalang Puppencompany und Margrit Gysin. Die letzten beiden sind auch mit neuen Inszenierungen am Figura Theaterfestival zu Gast. Und in diesen Zusammenhang passen auch Michael Hubers Worte aus der Vernissage-Rede: «Figuren dürfen und können in einer Ausstellung nicht spielen, aber sie rufen aus: Kommt alle an die Vorstellung!»

Historisches Museum Baden Di bis Fr 13–17 Uhr; Sa/So 10–17 Uhr. Bis 22. Juni.