Baden

Hochhäuser-Diskussion: «Dieses Bild weckt falsche Vorstellungen»

Die fünf gelborangen Hochhäuser sind imaginär und nirgends geplant. zvg

Die fünf gelborangen Hochhäuser sind imaginär und nirgends geplant. zvg

«Orange Hochhäuser» sorgen für Wirbel: Jetzt äussert sich die Stadt dazu und zur teilrevidierten Bau- und Nutzungsordnung. Die fünf orangen Hochhäuser seien gar nicht geplant, sagt Stadtrat Markus Schneider.

Das Interview mit Hans Wanner und die Visualisierung mit fünf weiteren Hochhäusern (az vom 4. 12.) sorgt für Diskussionen. Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider hält dazu fest: «Dieses Bild (erstes Bild hier online) weckt völlig falsche Vorstellungen. Es widerspricht nicht nur dem Hochhauskonzept, sondern auch dem Entwicklungsrichtplan (ERP) für Baden Nord, der vom Einwohnerrat verabschiedet worden ist. Dieser müsste für den Bau zusätzlicher Hochhäuser geändert werden», so Schneider.

Verfahren vermischt

In Baden stehen mehrere Gebäude, die aufgrund ihrer Höhe eigentlich widerrechtlich sind, so auch der «Blaue Turm» am Bahngleis in Baden Nord. Mit dem Hochhausperimeter H1 für Baden Nord werden diese Gebäude legalisiert. Das Hochhauskonzept der Stadt Baden, das mit den Unterlagen zur Teilrevision des Bau- und Nutzungsplans (BNO) ebenfalls öffentlich auflag, ist ein behördenverbindliches Planungsinstrument.

Es zeigt die Absichten der Stadt auf und ist mit einem Richtplan vergleichbar. «Wie der korrekten Fotomontage (zweites Bild) aus dem Hochhauskonzept entnommen werden kann, sind auf dem Areal der Innenstadt Nord lediglich punktuell vier Hochhäuser vorgesehen», hält Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau fest. Für Bauvorhaben in Baden Nord gilt zusätzlich der Entwicklungsrichtplan (ERP) Baden Nord, der für alle Teilgebiete auf diesem Areal Nutzungsdichten, Wohnanteile und Anzahl Parkfelder festlegt.

Verfahren werden vermischt

«Im Interview werden leider auch Verfahren vermischt», sagt Schneider: «Das geplante, profilierte Hochhaus beim Bahngleis ist nicht Gegenstand der jetzigen BNO-Teilrevision.» Die planerischen Rechtsgrundlagen hierzu wurden mit der Revision des ERP Baden Nord im 2009 sowie der Teilrevision der BNO für die Innenstadtzone Nord vom gleichen Jahr geschaffen.

«Hochhäuser sind immer überdimensioniert, sonst wären sie keine Hochhäuser», so Schneider. Auch deshalb sei für dieses Hochhaus «ein mustergültiges Wettbewerbsverfahren mit einem qualitativ hochwertigen Teilnehmerkreis sowie exzellenter Jury» durchgeführt worden, erklärt Olesen.

Die revidierte BNO schreibt vor, dass für Hochhäuser stets in Gestaltungsplan zu erstellen ist. «Diese können aber nur erlassen werden, wenn ein wesentliches öffentliches Interesse an der Gestaltung der Überbauung besteht», sagt Olesen. Zusätzlich müsse ein siedlungs- und landschaftsgestalterisch besseres Ergebnis erzielt werden als mit der Regelbauweise (ohne Gestaltungsplan). Wieweit die «orangen Hochhäuser» , die auf Frei- und Grünflächen beziehungsweise in Nachbarschaft zu Denkmälern zu stehen kämen, diesen Anforderungen je genügen könnten, bleibe das Geheimnis des Verfassers.

Der Prozess zur Teilrevision der BNO wurde von einer einwohnerrätlichen Spezialkommission begleitet. Ziel der Einsetzung dieser Kommission war es, bereits während der Erarbeitung der revidierten BNO politische Überlegungen mit zu berücksichtigen. Themen wie Grünflächenziffer, Ensembleschutzzonen, Denkmäler, wurden in 30 Sitzungen diskutiert und verabschiedet.

«Dabei mussten auch Kompromisse gesucht und gefunden werden», sagt Olesen. Aus Sicht der Verwaltung und des Stadtrats war diese Auseinandersetzung sehr wertvoll. Inwieweit es gelungen ist, zusammen mit der Kommission eine mehrheitsfähige Teilrevision vorzubereiten, wird die Diskussion des Geschäfts am nächsten Dienstag im Einwohnerrat zeigen.

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