Der Artikel über die Beschwerde gegen die Hochhausperimeter der revidierten Bau- und Nutzungsordnung der Stadt Baden (az vom 20. Mai) hat die Hochhaus-Diskussion entzündet.

Zwei Fragen stehen dabei im Zentrum: Wie stark darf ein Hochhaus das Gesamtbild in seiner Umgebung beeinträchtigen? Was ist mit Beeinträchtigung überhaupt gemeint? Im Rahmen der zweiten Mitwirkung zur BNO sind solche Fragen bereits aufgetaucht. Aus den Stellungnahmen des Stadtrates ging dabei hervor, dass eine generelle Antwort nicht möglich ist.

In jedem Fall ein Gestaltungsplan

Die revidierte BNO regelt keine fixen Hochhaus-Höhen, wie gemeinhin geglaubt wird. Die in den beiden Hochhaus-Perimetern 1 (max. 55 m) und 2 (max. 70 m) aufgeführten Höhen setzen nur die mögliche Maximalhöhe von Hochhäusern fest. Die definitive Höhe eines Hochhauses wird erst im Gestaltungsplan definiert.

Dieses Verfahren beinhaltet sowohl eine öffentliche Mitwirkung für jedermann wie das übliche Einwendungsverfahren, bei dem sich durch Verkehr und Schattenwurf Beeinträchtigte wehren können.

Die Beeinträchtigung des Stadtbildes oder der Landschaft lässt sich nicht genau reglementieren. So beeinträchtigt ein Hochhaus, das bis 55 Meter hoch gebaut werden kann, vom Gebiet Galgenbuck in Dättwil den landschaftlichen Horizont, wie alt SP-Einwohnerrat Hans Hauri ausführt (siehe Fotomontage).

Er kritisiert damit, dass ein Investor die volle Limite ausschöpfen könne und dies aus wirtschaftlichen Gründen auch tun werde. Daniela Nay, Baujuristin bei der Abteilung Planung und Bau, relativiert und weist darauf hin, dass die Mitsprache der Bevölkerung wie auch der direkt Betroffenen mit dem Gestaltungsplanverfahren gewährleistet sei. Damit obliegen auch Hochhaus-Standorte in der Innenstadt der öffentlichen Mitsprache.

Eine klare Regelung gibt es bei Hochbauten für den Schattenwurf. Hier hält man es in Baden mit der Allgemeinen Bauordnung der Stadt Zürich, wonach als «wesentlich durch Schattenwurf beeinträchtigt gilt, wenn die Beschattung einer benachbarten Wohnbaute an mittleren Wintertagen länger als zwei Stunden dauert».

Der Bauherr kann einen Nachbarn für den Minderwert dessen beeinträchtigter Liegenschaft entschädigen. Eine solche Regelung ist aber nicht Gegenstand des öffentlichen Rechtes, also der BNO.