Seit Monaten stocken die Verhandlungen zwischen Investor Ruedi Hurter und der Gemeinde für ein neues Hochhaus beim Markthof-Areal. Gleich zweimal seit Februar lehnte der Gemeinderat einen Gestaltungsplan-Entwurf ab. Begründung: mangelnde Qualität der Unterlagen. Entnervt gab Hurter Anfang September das Projekt-Aus bekannt (az berichtete). Sein Frust über die Gemeinde, die seiner Meinung nach die Schuld am Stillstand trägt, sitzt offenbar noch immer sehr tief.

Obersiggenthals Gemeindeammann Dieter Martin sagte diese Woche an der Einwohnerratssitzung: «Zwei Mitarbeiter der Gemeinde haben von Herrn Hurter je eine Rechnung in Höhe von 250 000 Franken erhalten, adressiert an die Privatadresse, eingeschrieben und zahlbar innert 10 Tagen. Einer dieser beiden Mitarbeiter bin ich.» Bei der zweiten Person handelt es sich um einen Angestellten der Abteilung Planung und Bau.

«Das wird nicht einfach»

Ruedi Hurter bestätigt gegenüber dem «Badener Tagblatt» den Versand der Rechnungen. «Ich habe eine Viertelmillion Franken in die Planungskosten investiert, aber die Gemeinde stellt sich quer», begründet Hurter seine Forderungen. Auf die Frage, ob er ernsthaft daran glaube, auch nur einen Rappen zu erhalten, sagt er: «Das wird sicher nicht einfach. Beim Betreibungsamt hat man mir gesagt, ich könne unmöglich einen Gemeindeammann betreiben.»

«Bin nicht pleite»

Es gab an der Einwohnerratssitzung Gerüchte, Ruedi Hurter sei pleite. «Die Gerüchte sind an den Haaren herbeigezogen. Ich habe noch viel Geld auf der Seite», sagt der Investor.

Das Projekt City Tower, das Hurter geplant hatte, sollte anstelle baufälliger Häuser hinter dem Einkaufszentrum Markthof entstehen. Im Hochhaus waren Wohnungen und Geschäftsräume geplant.