Bahnlärm
Höchste Eisenbahn für mehr Lärmschutz

Der Bahnlärm ist in Baden seit eh und je ein Thema. Doch es hat sich in den vergangenen Jahren auch einiges verbessert: So sind entlang der Bahnstrecke von Turgi nach Zürich im Kappelerhof und im Kreuzlibergquartier Lärmschutzwände gebaut worden.

Roman Huber
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Sie schützen die Wohnbauten entlang der Strecke, aber auch das Wohngebiet von Nussbaumen und Rieden ennet der Limmat.

In der Nacht der Güterverkehr

Bei der Unterführung Römerstrasse gibt es ebenfalls eine Lärmschutzwand, welche die dortigen Anwohner schützt. Doch das vordere Römerquartier sei nach wie stark vor vom Bahnlärm betroffen, erklärt Jan Widmer, Quartierbewohner. «Und der Bahnlärm hat in vergangener Zeit massiver zugenommen», erklärt der ehemalige Einwohnerrat. Mit einem Schreiben ist er nun an seine ehemaligen Ratskolleginnen und -kollegen gelangt. Er hofft, dass sein Anliegen in den Rat getragen wird.

Neben dem Personentransport erzeugen primär die in der Nacht verkehrenden Güterzüge Lärm. Widmer spricht von Lärm, der «grenzwertüberschreitend» sei. Er spricht vor allem das Quietschen der Bahnräder an, beim Beschleunigen wie beim Bremsen. Und dieses würde durch mehrere Faktoren verstärkt. So liege die Bahnhofseinfahrt in einer lang gezogenen Kurve, Neubauten wie Langhaus, Nordhaus, die Industriegebäude würden Bahnlärm ins Römerquartier zurückschlagen. Am meisten seien Hasel-, Park-, Damm- und Bahnhofstrasse betroffen. Zudem habe «die Bahnüberführung über die Haselstrasse den Effekt eines Geigenkastens und erhöht den Lärm entsprechend», ist Widmer überzeugt. Im Winter werde der Bahnlärm noch stärker wahrgenommen.

Grenzwerte würden überschritten

Die Grenzwerte würden überschritten. Die Stadt Baden habe es verpasst, sich rechtzeitig für die Interessen des Römerquartiers im Verfahren vor den Bundesbehörden einzusetzen, ist Widmer überzeugt. Dabei würden Wohn- und Lebensqualität in der Innenstadt im politischen Diskurs als wichtiges Ziel hervorgehoben. Im Römerquartier befürchtet man wachsenden Autolärm mit den Projekten im Bäderquartier.

Die letzten Messungen liegen viele Jahre zurück. Die Resultate seien einiges unter den Grenzwerten gelegen, erinnert sich Stadtrat Kurt Wiederkehr. Damals sei ein Studienauftrag durchgeführt worden, wonach die für 2015/2020 prognostizierten Zahlen für dieses Gebiet keine Massnahmen verlangt hätten, erklärt Jarl Olesen, Leiter Abteilung Planung und Bau. Die Resultate seien öffentlich aufgelegen und dann in Rechtskraft erwachsen. Wenn die Verenaäcker überbaut werden, muss die Bauweise den Bahnlärm berücksichtigen. «Beim Bahnhof ist ohnehin nichts zu machen», erklärt Olesen. Lärmschutzwände müssten dort so weit von den Hauptgeleisen entfernt aufgestellt werden, dass sie vom Lärm überspült würden, führt Olesen aus.