Den Hochhaus-Paragrafen 5 hat der Einwohnerrat zwar bereits verabschiedet. Darin sind die beiden Hochhaus-Kategorien und die Perimeter definiert. Die Beschwerde, die dagegen eingereicht wurde, ist jedoch noch nicht bereinigt, der Entscheid beim Regierungsrat hängig. Nun befindet der Einwohnerrat am kommenden Dienstag über die Teilrevision «Höheren Bauten» der Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Der Regierungsrat will dann diese Revision gleichzeitig mit dem Paragrafen verabschieden.

Höher mit mehr Grün- und Freiraum

In der Innenstadt sollen an gewissen Standorten Gebieten Bauten bis 37 Meter ermöglicht werden. Anlass dazu sind in erster Linie die Planungen, die derzeit auf gewissen Arealen im Gang sind. Die Arealentwicklung auf der Brauerei Müller wie auch auf dem Gebiet der Axpo sind soweit fortgeschritten, dass gewisse Anpassungen in der BNO notwendig sind, damit die angestrebten baulichen Veränderungen angestrebt werden können. Ebenfalls soll auf dem Haselfeld die Kategorie «Höhere Bauten» möglich werden. Aus städtebaulicher Sicht mache es Sinn, Bauten mit der Höhe bis 37 Meter zwischen die Bebauung mit Regelbauten (bis 5-stöckig) und den Standorten für Hochhäuser bis 55 respektive 70 Meter zu setzen.

Heute sind an diesen Standorten nur fünfgeschossige Bauten möglich. Der Stadtrat legt nun dem Einwohnerrat mit der Teilrevision «Höhere Bauten» eine weitere Tranche der BNO-Teilrevision vor. Damit wird ein Perimeter für «Höhere Bauten» geschaffen, wo unter gewissen Auflagen bis maximal 37 Meter hoch gebaut werden kann. Als Grundlage muss dazu ein Gestaltungsplan vorhanden sein.

Mit der Möglichkeit, höher zu bauen, wolle man jedoch keine weitere Verdichtung anstreben und die Verkehrsbelastung nicht erhöhen, erklärt der Stadtrat in seiner Vorlage. Vielmehr möchte man dadurch im Zentrum mehr Grün- und Freiräume «mit einer hohen Aufenthaltsqualität» gewinnen.

In dieser Zone wird zudem die Anzahl der Parkfelder auf das Minimum beschränkt, wie sie durch die Regelbauweise festgeschrieben ist. Die entsprechende gesetzliche Änderung in der BNO ermöglicht auch «auto-reduziertes» beziehungsweise «autofreies Wohnen».

Wohnen direkt beim Bahnhof

Mit der Änderung für das Brauerei-Areal wird die bestehende Gewerbezone G5 (fünfstöckig) der Zentrumszone zugewiesen, wo der Wohnanteil minimal 30 Prozent betragen soll. Laut Stadtrat ist es sinnvoll, an dieser zentralen Lage beim Bahnhof neuen Wohnraum zu schaffen.

Ausserhalb der Innenstadtzone soll im Kernbereich des Axpo-Areals drei Geschosse höher als bisher gebaut werden können. Dazu braucht es ein Gestaltungsplanverfahren. Auf die Umgebung mit den schützenswerten Bauten muss Rücksicht genommen werden. Damit können Arbeitsplätze der Axpo Power AG am Standort Baden konzentriert werden.