Künten
Höherer Lohn für Gemeindrat: «Wir wollen uns nicht bereichern»

Die Entschädigung des Gemeinderats soll erhöht werden – das sorgt für Unmut.

Carla Stampfli
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Luftaufnahme von Künten.

Luftaufnahme von Künten.

Walter Schwager

Die Stimmberechtigten von Künten befinden an der Gemeindeversammlung am Freitagabend über eine Erhöhung der Gemeinderatsentschädigung. Diese soll graduell über die drei Amtsperioden 2018/21, 2022/25 und 2026/29 angehoben werden. Konkret: Die Besoldung des Gemeindeammanns soll von aktuell 22 852 Franken auf 42 000 Franken für die Amtsperiode 2026/29 steigen. Die Entschädigung des Vizeammanns soll von derzeit 12 690 Franken auf 26 000 Franken erhöht werden. Die Gemeinderäte sollen in Zukunft neu mit 16 500 Franken (heute: 10 337 Franken) entschädigt werden.

Der Antrag stösst im Dorf nicht unbedingt auf Wohlwollen, wie aus verschiedenen Leserbriefen zu entnehmen ist. Von einem Vorgehen, das nicht sehr taktvoll sei, ist die Rede. Und von einer Forderung, die im Vergleich mit der allgemeinen Lohnentwicklung und auch mit den Gemeinderatsentschädigungen in anderen Gemeinden ziemlich unverschämt sei. Eine Gemeinde sei keine Firma, sondern eine Gemeinschaft, die über Kommunikation, Information und Vertrauen entstehe und weiterlebe, heisst es weiter.

Erhöhung sei notwendig

Für den Gemeindeammann ist die Erhöhung notwendig. «Die Ansprüche und die Erwartungen an Gemeinderatsmitglieder sind gewachsen und werden weiter steigen», sagt Werner Fischer, der im Januar zu seiner fünften Amtsperiode antritt. Je länger je mehr fänden Sitzungen nicht nur abends und an den Wochenenden statt, sondern auch während der ordentlichen Arbeitszeit. «Das hat zur Folge, dass das Pensum des Haupterwerbs reduziert werden muss», sagt Fischer. Doch: «Die aktuell gültigen Entschädigungen lassen keine Pensenreduktion zu, ohne dass eine Lohneinbusse in Kauf genommen werden muss.» Deshalb müsse man dafür sorgen, dass Exekutivmitglieder angemessen entschädigt werden und die zu besetzenden Ämter attraktiv bleiben. «Ist die Bevölkerung dazu nicht gewillt, wird es in Zukunft sehr schwierig, qualifizierte Personen zu finden, die sich für die Gemeinde einsetzen.»

Die vom Gemeinderat Künten beantragten Entschädigungen basieren auf Empfehlungen der Gemeindeammännervereinigung des Kantons. Dabei stehe aber keinesfalls die eigene Besoldung im Vordergrund, betont Fischer. «Wir wollen uns nicht bereichern, sondern dafür sorgen, dass unsere Nachfolger ihr Amt unter marktüblichen Bedingungen ausführen können.» Dies sei auch der Grund, weshalb man eine Erhöhung über mehrere Amtsperioden beantrage. «Nur so können wir sicherstellen, dass in Künten das Milizsystem auch in Zukunft weiter besteht», sagt der Gemeindeammann. Der Gemeinderat präsentiere den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern eine transparente, langfristige und nachhaltige Lösung, um nicht alle Jahre wieder auf das Thema zurückkommen zu müssen, fügt Werner Fischer hinzu.