Nussbaumen

«Holy Crab» – Sie recyceln Mode aus der Brockenstube

Laura Haensler und Jasmin Wyss in ihrem Atelier, wo sie für ihr Label arbeiten: «Holy Crab» – reworked vintage clothing. LVO

Laura Haensler und Jasmin Wyss in ihrem Atelier, wo sie für ihr Label arbeiten: «Holy Crab» – reworked vintage clothing. LVO

stösst auf Nachfrage. Jasmin Wyss und Laura Haensler sind davon überzeugt, dass auch bereits Getragenes länger brauchbar sind und kaufen auf Flohmärkten und Brockenstuben Kleider ein. Und ihr nachhaltiges Modelabel «Holy Crab» stösst auf Nachfrage.

«Holy Crab», der Name ist abgeleitet vom englischen Ausdruck «Holy Crap», übersetzt: Heilige Scheisse. Nur, dass ihre Produkte kein Fall für die Mülltonne sind. Darum «Crab», auf Deutsch Krabbe, die auch das Logo darstellt.

Das, was andere wegwerfen, werten sie auf und machen einzelne Stücke zu echten Unikaten und Hinguckern: Jasmin Wyss aus Nussbaumen und Laura Haensler aus Turgi sind zwei Freundinnen mit einer spontanen Geschäftsidee.

Sie kennen sich aus der gemeinsamen Zeit an der Kantonsschule Wettingen. Aus Kleidern zweiter Hand entsteht in ihrem Atelier in Nussbaumen Neues. Die jungen Frauen machen ihr Hobby zum Geschäft. Über ihre Internetseite verkaufen sie selbst umgenähte Vintage-Kleidung.

Seit bald zwei Monaten gibt es «Holy Crab». Die Idee, aus Hobby und eigenen Interessen Profit zu schlagen, hat die beiden Studentinnen darauf gebracht.

In der heutigen Wegwerfgesellschaft sind sie davon überzeugt, dass auch bereits Getragenes durchaus länger brauchbar ist. Als vegan lebende Menschen sind die jungen Frauen umweltbewusst eingestellt. Für ihre vielfältige Mode kaufen sie auf Flohmärkten und in Brockenstuben Kleider ein. Die günstig erstandenen Stücke werden entweder geflickt oder umgenäht.

Funktioniert: Aus Alt mach Neu

Aus herkömmlichen Jeans, die niemand mehr tragen will, werden lässige Shorts. Vielen Stücken verleihen sie auch ganz persönlich einen «Holy Crab» Aufdruck, Umwaschen und Einfärben gehört auch dazu.

Ihre Produkte haben sie unterteilt in Styles. Die «Holy Mrs. Crab»-Kollektion besteht vorwiegend aus alten Shirts, denen sie die Ärmel wegnehmen und dann mit Siebdruck um ein Krabbenlogo bereichern.

Seit Ende Juli läuft das Projekt. Im ehemaligen Abstellraum des Secondhandladens Secondo von Jasmin Wyss’ Mutter in Nussbaumen haben sich die beiden ein gemütliches Atelier eingerichtet.

Im selbst umgebauten Raum arbeiten sie und lagern die Klamotten. Mit ein wenig Farbe und kreativen Ideen haben sie das Abstellzimmer in einen fröhlichen Raum verwandelt. Hinter dem Haus haben sie den kleinen Garten etwas aufgemotzt.

Dort haben sie ihre erste Gartenverkaufsaktion veranstaltet, bei der Freunde und potenzielle Käufer eingeladen waren. Aufgrund der geringen finanziellen Mittel sind sie auch auf Mund zu Mund Propaganda angewiesen und auf Facebook, Instagram und Twitter präsent.

Weitere Ideen warten schon

Sie legen viel Wert auf kleine Dinge wie selbst gemachte Etiketten und Stickers. Neben den Kleidern produzieren sie auch eigene Accessoires: Pins, Armbäder und Haargummis. «Wie es weitergeht, hängt davon ab, wie erfolgreich wir sein werden», meint Jasmin Wyss, Mitbegründerin von «Holy Crab». «Wir ergänzen uns in den Tätigkeiten, während die eine näht, kümmert sie die andere um die Accessoires.»

In den hellen Farben Rosa und Türkis erstrahlt die professionell erstellte Homepage in einem ansprechenden Design. Dort kann man sich im Onlineshop die Sachen nicht nur anschauen, sondern auch bestellen. Alle Teile sind Einzelstücke, präsentiert von Bekannten, die sich für «Holy Crab» als Model versuchen. Mit dem kühlen Spätsommer seien die langärmligen Sachen gefragter gewesen als erwartet. «Wir arbeiten fleissig an der Herbst-Winter-Kollektion und haben auch im Sinn eine Kollektion für Männer zu gestalten», erklärt Laura Haensler. Sich so das Studentenleben zu finanzieren und individuellen Geschmack sowie Ideen umzusetzen, sei durchaus angenehmer, als bei Starbucks zu jobben.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1