az in der Beiz
Horrorvisionen und Kampfansagen in der Beiz

40 Grossratskandidaten diskutierten an der Veranstaltung "az in der Beiz" in Dättwil über Verkehr, Siedlung, Finanzen - und das "langweiligste Thema überhaupt".

Pirmin Kramer
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Zwei Wörter werden die Besucher der Veranstaltung «az in der Beiz» im Restaurant Täfern in Dättwil nicht vergessen. Das Erste: Batteriehaltung. Es erinnere ihn an das Leben der Hühner in der Batteriehaltung, wenn er an verdichtetes Bauen denke, sagte Dragan Najman von den Schweizer Demokraten. «Ich rechne damit, dass in den kommenden Jahren bis zu 160 000 Menschen mehr in der Region Baden leben werden als bisher», sagte er. Mit verdichtetem Bauen als Lösung für das Bevölkerungswachstum könne er sich nicht anfreunden.

"Leute werden sich um Wohnungen in Hochhäusern reissen"

Roland Michel (CVP) konterte: «Ich wohne in einem überbauten, verdichteten Gebiet, bin in einem Hochhaus aufgewachsen – und bin immer noch glücklich.» Martin Egloff (FDP): «In Baden werden Hochhäuser entstehen, und die Leute werden sich um die Wohnungen reissen. Wir haben nun mal nicht endlos Bauland zur Verfügung in unserer urbanen Gegend.» Johannes Jenny (FDP) pflichtete ihm bei: «Wir sind froh, wenn es Leute gibt, die verdichtet wohnen möchten. Unser Land ist zu klein, um die bisherige Wohnqualität beizubehalten, wenn so viele Menschen hier leben.»

"Neuenhof wird den Kanton verändern"

Das zweite Stichwort, das für Diskussionen sorgte: Pampa. Susanne Schläpfer (CVP) sagte: «Der Finanzausgleich stammt aus dem Jahr 1983; die Kriterien sind nicht mehr aktuell. Es fliessen Gelder nach Aarau, um anschliessend in der Pampa verteilt zu werden.» Gemeinden wie Neuenhof mit 8300 Einwohnern könnten nicht überleben, weil sie keinen Rappen davon kriegten. Der Grosse Rat sei gefordert, diese Kriterien anzupassen. Ihre Kampfansage: «Neuenhof wird diesen Kanton verändern, das sage ich Ihnen.»

Zum Wort Pampa äusserte sich Robert Müller (SVP), Gemeinderat in Freienwil, der kleinsten Gemeinde im Bezirk. «Ich finde das Wort Pampa despektierlich, der Finanzausgleich ist ein Zeichen der Solidarität.» Die Diskussion, ob im Kindergarten Schweizerdeutsch oder Hochdeutsch gesprochen werden soll, interessierte ihn weniger. Seine Antwort an die Gesprächsleiter der az Aargauer Zeitung, Martin Rupf (Ressortleiter Aargau Ost) und Roman Huber (Autor Baden): «Das ist das langweiligste Thema, das es überhaupt gibt.»