Baden
Hotdog kostete 9 Franken: Food für die Seele, aber nicht fürs Portemonnaie

Am Wochenende fand das erste Soulfood Festival statt. Es war zwar ein Erfolg – die hohen Preise der Streetfood Area sorgten für Kritik. Wer zahlt schon gerne 8 Franken für ein "Chäschüechli"?

Stefanie Garcia Lainez
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So sieht ein dänischer Hotdog aus. chi

So sieht ein dänischer Hotdog aus. chi

Chris Iseli

Das erste Soulfood Festival in Baden ist Geschichte. Vier Tage lang drehte sich in der Stadt alles um gesundes, regionales und nachhaltiges Essen. Die Organisatoren sind mit den Besucherzahlen zufrieden. Für kritische Stimmen sorgte jedoch die Streetfood Area auf dem Trafoplatz. Dort kostete beispielsweise ein Hotdog neun Franken. Für ein «Chäschüechli» mussten die Besucher acht Franken hinblättern. Drei Deziliter Bier gab es für sechs Franken. Zu teuer, fanden nicht wenige Besucher.

«Wir lesen die Food-Stände danach aus, dass sie möglichst kreatives, abwechslungsreiches Essen anbieten», sagt Patrik Mösch, der das Festival zusammen mit Lukas Schaub und Simon Stäuble organisierte. «Zu welchen Preisen die Stände ihren Food anbieten, können wir nicht beeinflussen.»

Das Ziel des Soulfood Festivals sei es, alternative, nachhaltige und gesunde Produkte vorzustellen. Diese seien aufwendiger zum Produzieren, was sich sicherlich auch auf den Preis auswirke. Dass das Bier zu teuer war, verneint er: «Das sind normale Preise – im Klub kostet das Bier sogar noch mehr.» Und er ergänzt: «Mit den Einnahmen müssen wir auch unsere Kosten decken.»

Er selbst habe von den Besuchern nur positive Rückmeldungen erhalten. «Viele sagten, dass sie die idyllische Stimmung genossen hätten, oder sahen, wie viel Herzblut wir in das Festival steckten», sagt Mösch. «Von den Standbetreibern hörte ich aber, dass sie sich mehr Besucher gewünscht hätten.» Möglicherweise bestehe mit den reinen Streetfood Festivals bereits ein grosses Angebot an Festivals, die Fastfood anbieten.

Zudem habe man vor allem am Sonntag das schlechte Wetter gespürt. «Am Samstag hatten wir mehr Glück: Die Streetfood Area und der Gourmet-Markt waren trotz Regen gut besucht. Grundsätzlich sind wir mit den Besucherzahlen zufrieden, schliesslich fand das Festival zum ersten Mal statt.»

Ohne Jeton kein Geld zurück

Neben den Preisen erntete auch das Depotsystem Kritik: Wer den Jeton verlor, erhielt die zwei Franken nicht mehr zurück. «Mit dem Depot wollten wir verhindern, dass die leeren Flaschen am Boden landen oder geklaut werden, um das Depot einzustecken», sagt Mösch. Er ist überzeugt, dass ohne Jeton auch Flaschen bei ihnen gelandet wären, die ausserhalb des Festivals gekauft wurden. «Da würden wir finanziell drauflegen.»

Die Jetons könnten aber im nächsten Jahr wegfallen: «Wir überlegen uns, die Getränke mit einer speziellen Festivaletikette anzubieten», sagt Mösch und ergänzt: «Wir sitzen in den nächsten Tagen zusammen und besprechen, was wir bei der nächsten Ausgabe des Soulfood Festivals anders oder besser machen können.»

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