Talk im Trafo
Humangenetiker über Talent: «So was hat ma – oder ma hat’s nicht»

Mit Wiener Schmäh sprach der Humangenetiker Markus Hengstschläger in Baden über Talent. Zum 19. Mal lud die Badener Kanzlei Binder Rechtsanwälte zum Talk im Trafo. Rund 850 Gäste kamen, darunter viel Prominenz.

Andreas Fahrländer
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Talk im Trafo, 15.1.18
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Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Der österreichische Humangenetiker Markus Hengstschläger tritt am Talk im Trafo vom 15. Januar 2018 auf.
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Der österreichische Humangenetiker Markus Hengstschläger tritt am Talk im Trafo vom 15. Januar 2018 auf.
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l. die Partner der Kanzlei Binder Rechtsanwälte mit dem Referenten Markus Hengstschläger (3. v.l.): Andreas Binder, Alexander Rey, Christine Hehli Hidber, Markus Läuffer und Markus Binder
Impressionen vom 19. Talk im Trafo vom 15. Januar 2018 in Baden Organisator und Gastgeber Andreas Binder von Binder Rechtsanwälte begrüsst die anwesenden Gäste im vollen Trafo-Saal.
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Organisator und Gastgeber Andreas Binder von Binder Rechtsanwälte begrüsst die anwesenden Gäste im vollen Trafo-Saal.
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Axel Wüstmann (CEO AZ Medien), Jürg Weber (Leiter Redionalmedien der NZZ Mediengruppe) und AZ-Verleger Peter Wanner
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Madeleine Schuppli (Direktorin Aargauer Kunsthaus), Architekt Christian Frei, Susanne Voser (Gemeindeammann Neuenhof) und Badens Stadtammann Markus Schneider
Impressionen vom 19. Talk im Trafo vom 15. Januar 2018 in Baden Im Bild v.l.: Alt Regierungsrat Peter C. Beyeler mit seiner Frau Eva und NAB-VR Peter Bühlmann.
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Antoinette Hunziker-Ebneter (VR-Präsidentin Berner Kantonalbank) mit Angela und Christian Brönnimann (CEO Dectris AG)
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Stadtammann Markus Schneider, Nationalrätin Ruth Humbel Näf und NAB-VR-Präsident Josef Meier
Impressionen vom 19. Talk im Trafo vom 15. Januar 2018 in Baden Im Bild v.l.: Regierungsrat Markus Dieth, Erika und Arnold Koller (alt Bundesrat), Marianne Binder (Präsidentin CVP Aargau) und Peter Athanas (VR Schindler Holding)
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Wettingens alt Gemeindeammann Karl Frey, alt Regierungsrat Silvio Bircher und Grossrat Sander Mallien
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Christine Marelli, Marlise Scheurmann und Künstlerin Ruth Maria Obrist
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild: Alt Bundesrat Arnold Koller und seine Frau Erika
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: RVBW-Direktor Stefan Kalt mit Lori und Toni Ventre
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Badens Ehrenbürger Sepp Schmid mit Martin und Peter Sterk (Sterk Cine)
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild: Ex-Trafo-CEO Roberto Scheuer (l.) und sein Nachfolger Reto Leder (CEO Trafo Baden)
Impressionen vom 19. Talk im Trafo in Baden Im Bild v.l.: Heinz Germann (Germann & Gfeller), Daniel Huser (alt Gemeinderat Wettingen) und Urs Heimgartner (Bauverwalter Wettingen)
Der österreichische Humangenetiker Markus Hengstschläger trat am Talk im Trafo vom 15. Januar auf. Fotografiert in der Kanzlei von Binder Rechtsanwälte in Baden.

Talk im Trafo, 15.1.18

Sandra Ardizzone

Talente hat man, oder man hat sie nicht. Das ist die Aussage des Humangenetikers Markus Hengstschläger. Aber noch viel wichtiger: «Jeder Mensch hat ein Talent.» Der Wiener Professor sprach am Montagabend im Badener Trafo-Saal über Begabungen, unnötige Zukunftsängste und versteckte Talente. Zum 19. Mal lud die Badener Kanzlei Binder Rechtsanwälte zum Talk im Trafo. Rund 850 Gäste kamen ins Trafo, darunter viel Prominenz.

Markus Hengstschläger referierte mit viel Humor, Sprachwitz und Wiener Schmäh. Immer wieder brachte er das Publikum zum Lachen, aber auch zum Nachdenken. Seine eigenen Talente kamen früh zum Tragen: Mit 24 Jahren promovierte der geborene Linzer zum Doktor, mit 29 habilitierte er und wurde Universitätsprofessor in Wien. Der 50-Jährige arbeitet heute neben seiner Lehrtätigkeit unter anderem auch als Regierungsberater und als Wissenschaftsmoderator beim Radio.

Mehr Mut statt Durchschnitt

Wer bestimmt eigentlich, was ein Talent ist? Wieso kann ein Kind Klavier spielen und ein anderes nicht? Entscheidend, sagt Hengstschläger, sei die Entdeckung des Talents. Und dann heisse es in jedem Fall: «Üben, üben, üben!» Nur ein Bruchteil sei derweil genetisch angeboren. Der Mensch hat zwar nicht weniger als 23 000 Gene. Davon unterscheiden sich aber von Individuum zu Individuum gerade einmal 0,1 Prozent. «Der Rest ist gleich.»

Anschaulich war die Erzählung vom Experiment seines Landsmannes Konrad Lorenz, Verhaltensforscher und Nobelpreisträger, der ein Entenei ins Nest einer Henne legte und beobachtete, wie das geschlüpfte Entlein von Beginn an schwimmen konnte – obwohl es doch als Hühnerküken erzogen wurde.

Ernst wurde Hengstschläger, als er sagte: «Wir verwenden den Begriff Talent heute schwer diskriminierend.» Er plädierte mit Nachdruck für mehr Mut, mehr Individualität und mehr Vielfalt in der Bildung, statt die Kinder auf allen Gebieten zum Durchschnitt zu erziehen.

Die Zeit verging am Montagabend wie im Fluge. Bei Wein, Wurst und Bier liessen die Gäste den Abend im Trafo ausklingen. Manch einer dürfte sich dabei Gedanken über seine entdeckten oder noch unentdeckten Talente gemacht haben.

Ein ausführliches Interview mit Markus Hengstschläger lesen Sie in der «Schweiz am Wochenende» vom kommenden Samstag.