Neulich in Oberrohrdorf: Zwei Hunde streunen durchs Dorf und werden dabei auf frischer Tat von Beamten der Regionalpolizei Rohrdorferberg (Repol) ertappt. Während der eine bellt und der andere die Strasse verschmutzt, erscheinen die beiden Herrinnen und pfeifen ihre Lieblinge zurück.

Die Beamten drücken ein Auge zu – denn eigentlich ist es verboten, Hunde unbeaufsichtigt im Dorf spazieren zu lassen. Als dann die Polizei auf der Rückfahrt den Hundekot immer noch auf der Strasse liegen sieht, wird die Hundehalterin mit 100 Franken gebüsst.

Busse nicht anerkannt

Da die Besitzerin des Hundes die Busse nicht anerkannt hat, müsse der Gemeinderat jetzt darüber befinden. «In der Verordnung der zehn Vertragsgemeinden der Repol Rohrdorferberg ist klar geregelt, dass Hunde nicht unbeaufsichtigt im Dorf herumstreunen dürfen», sagt Keller.

Sei das Herrchen dabei, gelte keine Leinenpflicht ausser bei öffentlichen Plätzen wie etwa das Schulhausareal oder der Kindergarten. «Auf Friedhöfen sind Hunde sogar verboten», sagt Keller. In der Regel würden sich die Hundehalter an die Regeln halten. «Dieses aktuelle Ereignis in Oberrohrdorf ist ein Einzelfall», betont sie.

Gemeindeschreiber Thomas Busslinger: «Die Polizeibeamten haben die Hunde per Zufall erwischt.» Es komme leider hin und wieder vor, dass freilaufende Hunde beobachtet würden. «Es ist unangenehm einem Hund ohne Herrchen zu begegnen, wenn man ihn nicht kennt.»

Ihm sei bewusst, dass die vielen Verbote für die Hundehalter unangenehm seien. «Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass die Hunde nicht alleine spazieren gehen.» Erst kürzlich sei im Gebiet Rotrisch wieder ein Reh von einem Hund gehetzt und gerissen worden.

Der Jagdaufseher dieses Gebiets, Max Koch, sagt: «Es gibt jährlich mindestens einen solchen Fall.» Und regelmässig müsse er Hundehalter verwarnen, die ihre Hunde nicht anleinen.