Asyl
«Ich bin froh, aber nicht so extrem»

Der 18-jährige Kantischüler aus Baden, Emmanuel Gnagne, kann nun doch in der Schweiz bleiben, vorläufig zumindest. «Ich bin erleichtert», sagt Gnagne. Auch seine Mutter kann vorläufig bleiben.

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Der 18-jährige Emmanuel Gnagne soll ausgeschafft werden
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 Der 18-jährige Emmanuel Gnagne
 Die Kantischüler sammeln Unterschriften und hängen Protestplakate auf.

Der 18-jährige Emmanuel Gnagne soll ausgeschafft werden

Tele M1

Gestern sah für Emmanuel Gnagne alles ganz düster aus. Er hätte morgen in die Elfenbeinküste ausgeschafft werden sollen. Die Tickets waren vom Migrationsamt bereits gebucht. Dann, am Abend um 10 Uhr, kam die Meldung: Die Tickets für die Rückschaffung wurden annulliert.«Ich bin froh, aber nicht extrem», sagt Gnagne heute zur Aargauerzeitung.ch. Er freut sich nicht bedingungslos, weil die Sache für ihn noch nicht erledigt sei.

Das stimmt auch. Die Ausschaffung wurde nur ausgesetzt, bis das Härtefallgesuch geprüft ist. Das Prüfverfahren dürfte mehrere Monate in Anspruch nehmen. In der Schweiz bleiben kann auch seine Mutter. Sie wurde inzwischen aus dem Ausschaffungsgefängnis entlassen.

Für Gnagne stark gemacht hatten sich Schule, Mitschüler und 2100 Facebookmitglieder der Gruppe «Wir sind gegen die Ausweisung von Emmanuel Gnagne!!!». Gestern kamen an der Kanti in Baden mehrere 100 Schüler zusammen, um für Gnagne zu demonstrieren.

Von der Realschule in die Kanti

Der aus der Elfenbeinküste stammende Gnagne ist als 13-Jähriger in die Schweiz gekommen. Zunächst wurde er in die Realschule eingeteilt. Über Sekundarschule schaffte er es in die Kantonsschule, wo er seit August die 1. Klasse besucht. Er will in der Schweiz bleiben, wie er sagt. Er hat auch schon konkrete berufliche Ziele. «Ich will Architekt werden.»

Eine Ausschaffung hätte den Schüler vor eine ungewisse Zukunft gestellt. Zusammen mit seiner Familie sollte er in die Elfenbeinküste zurückkehren. Sein Vater ist 2005 verstorben. Seine Verwandten in seiner Heimat kennt er kaum, Kontakt zu ihnen gibt es nicht. Die Familie ist mittellos. (rsn)

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