Siggenthal
«Ich blicke auf eine spannende Zeit zurückt»

Die Jugendarbeiterin Esther Burri verlässt ihre Stelle im Siggenthal nach acht Jahren. Der Nachfolger steht mit Matthias Villiger bereits fest. Sie wird unvergessliche Momente mitbringen.

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Alt und neu

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Am 16. Oktober 2002 trat Esther Burri ihre Stelle in der Jugendarbeit der Katholischen Kirchgemeinde Kirchdorf an. Nach acht Jahren ist für sie die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Matthias Villiger übernimmt die Stelle.

Frau Burri, können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag erinnern?

Esther Burri: Der damalige Gemeindeleiter von Nussbaumen zeigte mir mein Büro und meinte: «So, mach mal. Um 12 Uhr bist du zum Mittagessen eingeladen.» Da stand ich also, in einem fremden Büro, und habe versucht, mich zurechtzufinden. Nach und nach kamen die ersten Termine und mit der Zeit habe ich mich eingelebt. Der erste Tag war aber ein Sprung ins kalte Wasser.

Was hat sich in der Jugendarbeit in den acht Jahren unter Ihrer Führung verändert?

Burri: Es hat keinen Teppich mehr in diesem Büro (lacht). Die Stelle hat Struktur bekommen, die Kirche hat Position dazu bezogen, warum sie Jugendarbeit einsetzt. Ich habe den Segelturn in Holland eingeführt und der Jugendtreff Atlantis ist zum Ort der Begegnung geworden, an dem sich die unterschiedlichsten Arten von Jugendlichen gewaltfrei treffen.

Gewaltfrei?

Burri: Als ich hier zu arbeiten begonnen habe, gab es im Atlantis regelmässig Schlägereien. Nun haben wir seit sieben Jahren keine Schlägerei mehr zu vermelden gehabt. Natürlich haben wir Auseinandersetzungen, aber keine gewaltsamen.

Worauf blicken Sie in diesen acht Jahren zurück?

Burri: Ich blicke auf eine spannende, intensive und anstrengende Zeit zurück. Die Arbeit mit den Jugendlichen war nicht immer einfach, dafür voller unvergesslicher Momente.

Was wird Ihnen von dieser Zeit bleiben?

Burri: Das Wissen, dass man erreicht, was man will, wenn man gemeinsam an einem Strick zieht. Und das Wissen, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen, von dem man überzeugt ist.

Wie haben Sie die schwierigen Situationen erlebt?

Burri: Es gab Momente, in denen ich dachte: Ich gehe, ich kündige, fertig, aus. Dann gab es wiederum Momente, in denen Begegnungen stattgefunden haben, welche die schlechten Gefühle wieder aufhoben. Dadurch habe ich die Motivation schliesslich wieder gefunden.

Wieso ist nun, nach acht Jahren, der Moment gekommen, aufzuhören?

Burri: Ich habe die letzten vier Jahre eine Weiterbildung zur Sozialpädagogin gemacht. Das Studium endet diesen Monat. Für mich war das der geeignete Moment, um einen Neuanfang zu wagen. Acht Jahre sind eine lange Zeit – es ist ungewöhnlich, so lange in der Jugendarbeit zu bleiben. Jetzt suche ich eine neue Herausforderung.

Wie sehen Sie dem Ende dieser Zeit entgegen?

Burri: Gelöst. Ich finde es schön, die Stelle in einem glücklichen Moment verlassen zu können, und freue mich auf die Begegnungen der nächsten Wochen. Auf mich wartet bestimmt eine sehr emotionale Zeit. Es ist ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht. Es fällt mir schwer zu begreifen, dass meine Zeit hier im Siggenthal bereits vorbei ist.

Abschiedsfest 24. September ab 19.30 Uhr in der katholischen Kirche Untersiggenthal, anschliessend Apéro im Atlantis