Vogelsang
«Ich hatte das Gefühl, dass uns die Strömung mitreisst»

Ein junges Paar geriet am Wochenende auf einer Luftmatratze in Vogelsang bei Windisch ins Stauwehr. Sie hätten sich beim Ausflug nichts gedacht, sagt die junge Frau jetzt. Und: «Wir wollten gar nicht auf die Limmat, sondern auf die Reuss.»

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Dass Anita Stjepanovic und ihr Freund David Diehl noch leben, grenzt an ein Wunder. Die beiden gerieten am Sonntag mit einer Luftmatratze bei Vogelsang ins Stauwehr der Limmat. Nur dank dem beherzten Eingreifen eines Anwohners konnte ein Drama in letzter Minute verhindert werden. Der Retter warf Anita Stjepanovic, die sich an einen Ast klammerte, ein Seil zu, stieg ins Wasser und rettete sie.

Nun erzählt die junge Frau gegenüber Tele M1 über die dramatische Rettungsaktion. «Ich wollte mich nicht vom Ast loslassen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich mich am Mann nicht festhalten kann. Doch der Mann hat immer wieder gesagt, ich soll mich loslassen und an ihm festhalten. Die Strömung war sehr stark, ich hatte das Gefühl, dass sie mich mitreisst».

Ihr Freund David Diehl hatte sich aus eigener Kraft retten können und hatte um Hilfe gerufen. Der gleiche Retter hilft ihm dort aus dem Wasser.

Die beiden hätten sich gar nichts bei ihrem gefährlichen Ausflug überlegt, erzählen sie. «Wir wollten auch gar nicht auf die Limmat, sondern auf die Reuss», so die beiden.

Die Limmat kannten sie schlecht, von einem Stauwehr in Vogelsang wussten die beiden nichts.

Genau da sei der Fehler des jungen Paares gewesen, sagt Christian Weckert von der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Wenn man auf einen Fluss geht, muss man die Strecke zuerst auskundschaften.». Eine Luftmatratze gehöre zudem nicht ins tiefe Wasser. «Luftmatratzen sind wenig Steuerbar. Luftmatratzen lassen sich relativ weit abtreiben. Sie haben keine vernünftigen Auftrieb. Man hängt zur Hälfte im Wasser.»

Bei beiden sitzt der Schock noch immer tief. An den Armen zeugen Kratzspuren der Dornen und einen verschnittener grosser Zehen vom Drama. Beide sind aber auch sehr dankbar, vor allem ihrem Retter gegenüber.

Eine Lehre haben sie aus dem Drama gezogen: Sie wollen nicht mehr in Flüsse baden gehen, sondern in die Badi.