«Ich weiss seit 18 Monaten, dass die Poststelle in Wohlenschwil geschlossen wird», sagt Posthalter Hansueli Reinmann. Er habe wegen des eher kleinen Einzugsgebiets von Wohlenschwil-Büblikon und aufgrund der Neuorganisation der Poststellen damit rechnen müssen, dass auch eines Tages die Türen in Wohlenschwil geschlossen werden.

«Ich bin darüber nicht sonderlich erfreut, verstehe jedoch die Beweggründe der Post durchaus.» Insgeheim hoffte Reinmann, dass er die sechs Jahre bis zu seiner Pensionierung noch in Wohlenschwil hätte verbringen können.

Der Arbeitsweg wird länger

Doch nun kommt es anders: Bis zum Ruhestand wird er auf der Poststelle Bremgarten 2 tätig sein. «Die Kollegen dort habe ich bereits bei meiner zweiwöchigen Einarbeitung kennen gelernt.» Viel ändern wird sich an seiner Arbeit nicht, denn auch in Bremgarten wird er den Schalter der Poststelle 2 alleine bedienen. «Nur der Arbeitsweg wird bedeutend länger», sagt er.

Bisher musste der 59-Jährige lediglich in seinem Haus ein paar Stufen hinunter, um in den Postschalterraum zu gelangen. Die Post hatte seinerzeit diese Räume von ihm gemietet. Nun werden sie so ausgebaut, dass Sohn Rolf einziehen kann.

In den 18 Jahren, in der er Posthalter von Wohlenschwil war, hat Hansueli Reinmann einige Veränderungen durchgemacht. Zu Beginn seiner Tätigkeit habe man die Einzahlungen noch von Hand eintragen müssen. «Kontrolliert wurden sie dann mit der Addiermaschine.» Der Computer brachte später grosse Arbeitseinsparungen. Immer wieder seien auch neue Aufgaben auf ihn zugekommen.

Adieu Wohlenschwil

Heute Samstag ist die Bevölkerung eingeladen, vom letzten Posthalter in Wohlenschwil Abschied zu nehmen. Gleichzeitig können Interessierte die neue Postagentur im Volg-Laden kennen lernen. «Nach dieser Verabschiedung steht dann am Montag noch die Übergabe an», sagt Reinmann. Die Umzugskisten müssen fertig gepackt und zur Poststelle Bremgarten 1 gebracht werden. In den letzten Tagen hat der Posthalter nicht nur Kunden bedient, die ihre Rechnungen begleichen oder ihre Briefe aufgeben wollten. Einige kamen auch, um sich von ihm mit lieben Worten oder einer guten Flasche Wein zu verabschieden.

Dies dürfte heute an seinem letzten Arbeitstag wohl nicht anders sein. «Ich hatte eine gute Kundschaft, die ich auf jeden Fall vermissen werde», sagt Reinmann Bis zu seinem ersten Arbeitstag am 9. Dezember hat Hansueli Reinmann aber noch ein paar Tage frei. «Die werde ich zu Hause mit meiner Frau Helen und unserem 12-Wochen alten Kater Chewie geniessen, bevor es dann in Bremgarten los geht.»