Im Sommer war aus Freienwil vorübergehend Morgenthal und das ehemalige Restaurant Weisser Wind zum «Frohsinn» geworden. Gemeindeammann Robert Alan Müller nahm an einer Hetzjagd quer durchs Dorf teil: Das Fernsehen SRF hatte mit den Dreharbeiten für die 4. Staffel der Krimiserie «Der Bestatter» dem gut 1000-Seelen-Dorf ein Hauch von «Cinecittà» verliehen.

«Der Bestatter» in Freienwil – äh, Morgenthal

«Der Bestatter» in Freienwil – äh, Morgenthal

Mike Müller alias Luc Conrad ermittelt bald als Bestatter in der Phantasie-Gemeinde Morgenthal. Die Freienwiler haben mehr als nur ihre Dorfkulisse zur Verfügung gestellt.

Jetzt geniesst ein Teil der Bevölkerung gemeinsam das Resultat von tage- und nächtelangen Dreharbeiten in und um ihr Freienwil. Zum ersten von vier «Public Viewings» (es wurden hintereinander Folge 1 und 2 gezeigt) sind am Dienstagabend auch der Regisseur Chris Niemeyer, die Regisseurin Katalin Gödrös sowie die Profi-Schauspieler Hans Caspar Gattiker und Peter Zumstein ins Säli vom «Weissen Wind» gekommen. Vor allem aber waren mehrere Kinder und Erwachsene anwesend, die für ein, zwei, drei Drehtage selber ein Rädchen im blutig-kriminellen Getriebe geworden waren.

Gar vier Tage waren es für Franz Suter gewesen. Als bürgerlicher Servicetechniker, hatte er – genauso wie Gemeindeammann Robert Müller – den «Schwarzkittel» genannten Einsiedler in seiner Waldhütte überwältigt und durchs Dorf gehetzt. «Der Aufwand war immens, die Erfahrung sehr spannend und interessant», sagt Suter. Stolz aber auch ein bisschen enttäuscht klärt der 13-jährige Leon Aguiar nach dem Ende der ersten Folge auf, er sei der Pfadi gewesen, der im Wald den Deckel aufmachte, unter dem die Leiche von Susanne Gruber lag. «Ich hatte dann umfallen müssen, aber irgendwie ist das jetzt komisch rausgeschnitten worden.»

Irma fiel der Schere zum Opfer

Noch etwas grösser war die Enttäuschung der Hausfrau und Spitex-Mitarbeiterin Irma Füglister: «Beim Walken zusammen mit dem Profischauspieler Peter Fischli sind wir im Wald auf den anscheinend toten ‹Schwarzkittel› gestossen. Ich hatte keinen Text, musste nur schreien. Aber wie ich jetzt hier in der Folge zwei gesehen habe, wurde ich ganz herausgeschnitten.» Rentner Werner Fink aus Nussbaumen hingegen hatte bei der Hatz gegen den «Schwarzkittel» ein Wiedersehen mit sich selber. «Weitere werden bestimmt folgen, denn ich hatte vier Einsätze, der längste dauerte von abends 19 Uhr bis morgens 4.30 Uhr.»

Bei einem vom Gemeinderat spendierten Apéro in der Pause waren sich die rund 70 Anwesenden einig: Die Dreharbeiten waren spannend, die Atmosphäre einmalig und die Erfahrung super.

Zum Nachschauen «Gefährliches Gelände»: Die zweite Folge der vierten Bestatter-Staffel

Quelle: SRF

Zum Nachschauen: «Gefährliches Gelände»: Die zweite «Bestatter»-Folge der 4. Staffel