Als Passanten gestern durch den Wald beim «Hühnersteg» zwischen Dättwil und Rütihof spazieren gingen, trauten viele ihren Augen nicht: Auf einem Waldweg rund 20 Meter abseits der Sommerhaldenstrasse lag ein riesiger Abfallberg. Zahlreiche Kartonschachteln und jede Menge Verpackungsmaterial wie Plastikfolien, Sagex und Papier versperrten den Weg.

Claudia Keller war eine Passantin und machte die az auf die Verwüstung aufmerksam. «Ich finde es erschreckend, dass jemand so etwas hinterlässt», sagte sie vor Ort. Als naturverbundener Mensch tue es ihr weh, dass man dazu fähig sei. «Seinen Abfall einfach so in der Natur zu entsorgen, ist verantwortungslos.»

Dieser Meinung waren auch andere. So sagte eine Spaziergängerin, dass sie etwas Vergleichbares noch nie gesehen habe. Ein anderer fügte hinzu: «Das ist eine Schweinerei.» Wenn man die Sünder erwische, sollte man diese auch zu mehreren Monaten gemeinnütziger Arbeit verdonnern.

Zurück in den Werkhof

«Das hier übersteigt meine Erwartungen», sagte Johannes Melder, Leiter des Bauamts Fislisbach, als er den Abfall auf die Ladefläche des Pick-ups warf. Er habe viele illegale Entsorgungen gesehen, von Fernsehern bis hin zu Möbeln, «aber auf eine solche Menge Abfall bin ich in zehn Jahren noch nie gestossen. Das ist Rekord», sagte Melder kopfschüttelnd. So musste er, als er gestern Nachmittag den Müll entsorgen wollte, noch einmal zurück in den Werkhof und ein grösseres Auto holen.

Nach dem Umzug Abfall entsorgt?

Der Fislisbacher Bauamtsleiter geht aufgrund der Art des Abfalls davon aus, dass wohl jemand umgezogen sei und «uns ein Abschiedsgeschenk hinterlassen hat». Er hofft, dass man die Sünder alsbald möglich ausfindig machen könne. Die Ermittlungen seien bereits aufgenommen worden, sagt Johannes Melder.

Gemäss dem Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, Bernhard Graser, wird der Fall durch die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal erledigt. «Die Unterlagen und Papiere im Abfall werden nun nach Adressen durchsucht», sagt Graser. Wer etwas gesehen habe, könne sich bei der Repol unter der Nummer 056 485 66 66 melden. Der Waldweg ist mittlerweile vom Unrat befreit.