Baden
Im Badener Kurtheater begeistert mitgefreut und mitgelitten

Ein wunderbares «Heidi» war als Gastspiel aus St. Gallen im Kurtheater Baden zu geniessen. Und es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Theater für Kinder auf dem Programm steht.

Rosmarie Mehlin
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Heidi (Wendy Michelle Güntensperger) und die gelähmte Klara (Stéphanie Signer) verstehen sich sehr gut

Heidi (Wendy Michelle Güntensperger) und die gelähmte Klara (Stéphanie Signer) verstehen sich sehr gut

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Am Sonntag, als das Theater St. Gallen mit «Heidi» in Baden gastierte, war wohl gar so mancher Papi, waren gar so viele Omas mindestens so gespannt, wie die Buben und Maitli links und rechts neben ihnen: Wie würde das Wiederhören mit der heiss geliebten Geschichte von damals wohl sein? Und - erst recht - wie würde es sein, wenn all die bekannten Figuren aus den Buchseiten heraus plötzlich leibhaftig auf der Bühne vor einem stehen?

Ums gleich vorweg zu nehmen: Es war wunderbar! Kaum hatte sich zu zauberhaften Klängen der Gazevorhang mit dem magischen Wort «Heidi» drauf gehoben, waren Gross und Klein schon mitten drin in der Bergwelt. Und dann tauchte auch schon Dete auf und bat auf ihrer Suche nach Heidi das Publikum um Mithilfe, die sogleich lautstark und inbrünstig gewährt wurde.

Fortan ging es Schlag auf Schlag: Das Heidi kam zum Alp-Öhi und später nach Frankfurt. In den Bergen war es selig, in der Grossstadt todunglücklich - all das erlebten die Zuschauer hautnah - und noch vieles mehr: Alpenglühen zum Beispiel, eine Schlittenfahrt, singende Geissen, die Jagd nach einem (vermeintlichen) Gespenst. Und alle waren sie da: Der Pfeife rauchende Alp-Öhi, Peter, der viel lieber bei seinen Geissen als in der Schule ist, und seine blinde Grossmutter; Klara im Rollstuhl, ihr Papa, dessen lustiger Chauffeur, das unerbittlich-strenge Fräulein Rottenmeier.

Mitten drin das wirblige, liebenswerte Heidi mit seinen Freuden und Nöten. War es übermütig, hat man sich mit ihm gefreut und handkehrum mit ihm gelitten, wenn es tieftraurig war. Aber nicht nur das Heidi, auch alle Menschen um es herum waren einem so nah, als wären sie real und würden nicht Theater spielen. So war denn, als zum Schluss alle zusammen «Lueged vo Bärg und Tal» sangen, endgültig klar, dass diese Aufführung in den Herzen der kleinen und grossen Zuschauer noch lange nachklingen würde. Den grossartigen Darstellerinnen und Darstellern - inklusiv den drei Geissen - der Musik, der Inszenierung und Ausstattung wurde verdientermassen mit grosser Begeisterung applaudiert.