Baden
Im Badener «Royal» zeigen Vater und Sohn ihre Filme

Im «Royal» treffen heute Freitagabend zwei Generationen aufeinander: Vater und Sohn Meier präsentieren ihre Filme. Die Filmemacher unterscheiden sich nicht nur im Alter, auch ihre Filme könnten unterschiedlicher nicht sein.

Andrea Ebneter
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Linus Weber (l.) und Marc Meier zeigen ihren Film «Reste Ficken», Sigi Meier (hinten) zeigt «Maria Armfeig».

Linus Weber (l.) und Marc Meier zeigen ihren Film «Reste Ficken», Sigi Meier (hinten) zeigt «Maria Armfeig».

Andrea Ebneter

Heute Freitagabend flimmern zwei Filme von drei Badener Filmemacher über die Leinwand im «Royal» über die Leinwand. Zwei der Macher, Marc Meier und Linus Weber, zeigen ihren ersten Spielfilm «Reste Ficken».

Der Dritte, Sigi Meier, ist Marc Meiers Vater und zeigt seinen 33 Jahre alten Film «Maria Armfeig». An diesem Abend treffen nicht nur zwei Generationen aufeinander, es werden auch zwei Filme gezeigt, deren Inhalt unterschiedlicher nicht sein könnte.

2009 haben Marc Meier und Linus Weber begonnen, ihren ersten Spielfilm zu planen. «Wir wollten beide endlich einmal was Richtiges machen», sagt Marc Meier. Dies, nachdem beide jahrelang immer wieder einfache Kurzfilme gedreht hatten.

Zwei Mal legten die beiden 21-Jährigen das Projekt wieder still, bis dann 2012 das Drehbuch fertiggestellt, junge Schauspieler gesucht und Drehorte abgecheckt wurden. Im Herbst 2012 drehten sie dann während rund zwei Wochen ihren ersten Spielfilm «Reste Ficken» in Baden und Umgebung.

Letzte Woche wurde er uraufgeführt. Der Film handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die zusammen im Wald feiern, nach und nach stirbt jemand – bis schliesslich nur noch einer übrig ist. «Ein rohes Fest in rot, blutrot», wie Weber die Geschichte beschreibt.

Den Titel hätten sie gewählt, weil es ein «einprägsamer, provokanter Name ist», sind sich beide einig. «Wir haben in Kauf genommen, dass der Film und sein Name nicht bei allen gut ankommt», sagt Marc Meier. Sie sehen den Film als düstere Auseinandersetzung Jugendlicher mit dem Thema Konsum, hängen im Film doch alle ständig am Smartphone, essen, trinken und rauchen übermässig viel.

Sie sind zufrieden mit ihrem Film. Selbstkritisch bemerken Linus Weber und Marc Meier: «Wir wissen jetzt, auf was wir achten müssen, um besser zu werden.» So hätten sie beispielsweise die Tonqualität bei «Reste Ficken» unterschätzt.

Ein neues Projekt könnten sie sich gut vorstellen. Wann, sei aber noch unklar, denn Marc Meier besucht ab September für zwei Jahre eine Filmschule in London. Linus Weber ist gelernter Grafiker und momentan freischaffend.

Der Film von Sigi Meier feierte vor rund 30 Jahren im Kino Royal Premiere. «Maria Armfeig» ist sein Abschlussfilm an der Filmhochschule HFF in München. Meier hat das Drehbuch dazu zusammen mit Giuseppe Reichmuth geschrieben.

Es ist ein fiktives Künstlerporträt Reichmuths, in dem das kulturell sehr aktive Baden der 80er Jahre eine wichtige Rolle spielt. Gedreht wurde unter anderem mit Badener Theaterleuten, aber auch mit vielen Laienschauspielern aus der Region.

«Als ich vom Royal angefragt wurde, ob ich meinen Film zusammen mit Linus und Marcs Film zeigen will, habe ich sofort zugesagt», sagt Sigi Meier. Er sieht «Maria Armfeig» als Zeitdokument, als Konserve der Kultur der 80er Jahre in Baden. Meier ist heute nicht mehr nur Film-, sondern hauptsächlich Ausstellungsmacher und Dramaturg in einem Zürcher Atelier für Szenografie.

Infos: www.royalbaden.ch

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