Zum ersten Mal nimmt der 30-jährige Melendez vom Boxclub Brugg an einer Schweizer Boxmeisterschaft teil. Durch einen ungefährdeten Sieg im Viertelfinal gegen den Romand
Julien Sanchez qualifizierte er sich für die Halbfinals von morgen. Sein Gegner in der Vorschlussrunde wird Egzon Maliqaj (Boxschule Gebenstorf) sein. Man kennt sich.

«Wir sind Kollegen und Kontrahenten zugleich. Wir haben schon das eine und andere Training zusammen absolviert. Aber in den Ring für einen Kampf sind wir noch nicht gestiegen. Das wird also unsere Premiere», erzählt Melendez und schmunzelt. Die beiden Aargauer duellieren sich in der Gewichtsklasse Weltler bis 69 Kilogramm. Die ersten Kämpfe in der Sporthalle Aue in Baden werden um 13.30 Uhr gestartet. Melendez wird den sechsten Kampf, um zirka 15.45 Uhr, bestreiten.

Keine Nervosität, noch nicht

Wenige Tage vor dem grossen Showdown ist Melendez locker: «Ich bin nicht nervös, noch nicht», gesteht er. «Die Anspannung steigt erst kurz vor dem Wettkampf beim Einboxen.» Seine Chancen schätzt der 30-Jährige so ein: «Es wird ein enorm schwieriger Kampf werden. Egzon ist viel erfahrener als ich, er hat schon über vierzig Kämpfe bestritten. Und im Boxen kann sich das auszahlen.» Doch Melendez ist sich auch seiner Stärken bewusst. Aus einer soliden Defensive, welche sein grosses Plus ist, will er mit seiner Schnelligkeit punkten.

Thomas Schütz, sein Trainer und Förderer, hofft auf einen guten Kampf seines Schützlings: «Es wird ein spannender Kampf werden und Alejandro kann für eine Überraschung sorgen. Er muss den Kampf so lang wie möglich offen halten, muss viel unterwegs sein und muss enorm aufpassen, dass er nicht in Konterangriffe läuft. Oder einfach ausgedrückt: Er muss treffen, ohne getroffen zu werden.»

Neben Melendez und Maliqaj nimmt auch Davide Faraci (Boxring Baden) und Stefan Rumpold (Boxclub Brugg) an dieser Meisterschaft teil.

Mit Spannung wird der Auftritt von Rumpold erwartet. Wie Melendez nimmt auch der 22-Jährige zum ersten Mal teil. Sein Gegenüber im Halbfinal wird Sherif Osmani von der Boxakademie Bern sein. Für den angehenden Polizisten ist klar: «Ich will in den Final.» Auch wen Rumpold noch über wenig Erfahrung verfügt, ist ihm dies zuzutrauen. Für den Aargauer spricht, dass sein Gegner aus einer tieferen Gewichtsklasse kommt und schon einige Kämpfe bestritten hat, aber keine in dieser Gewichtsklasse.

Druck konstant aufrechthalten

Für den 1,93 Meter grossen Rumpold wird nicht nur dieser Fakt ein Trumpf sein, glaubt sein Trainer Schütz: «Stefan ist noch unerfahren. Aber er ist unglaublich kräftig, und wenn er den Druck konstant aufrechthalten kann, denke ich, dass er sich für den Final qualifiziert.» Rumpold wird als einer der Letzten den Ring besteigen. Um zirka 17.15 Uhr ist er an der Reihe. Die Aargauer Box-Festspiele mögen beginnen.