Killwangen
Im Dorfbild von Killwangen fehlt etwas

In Killwangen wehrt sich ein Anwohner für die Wiederbepflanzung eines ehemaligen Baumstandplatzes. Doch der Gemeinderat will davon nichts wissen.

Jeannine Bossard
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Der leere Gitterrost soll entfernt und die Lücke zugepflastert werden.ho

Der leere Gitterrost soll entfernt und die Lücke zugepflastert werden.ho

Das grosse, rostige Gitter sticht aus den Pflastersteinen heraus und lässt vermuten, was dort einmal war. Gegenüber der Dorfstrasse 19 stand ein Baum. Dieser wurde vor längerer Zeit umgefahren und nicht ersetzt. Stattdessen wurde der Gitterrost notdürftig mit Erde zugeschüttet. Da dies eine Behinderung für die Fussgänger ist, hat der Gemeinderat beschlossen, dies zu ändern. Der Rost soll entfernt und die Vertiefung eingepflastert werden. Die Anwohner sind durch einen Brief über die geplanten Bauarbeiten informiert worden. In der gegebenen Frist seien keine negativen Reaktionen eingegangen, so die Gemeinde.

Doch nun stossen die Baupläne plötzlich auf heftige Kritik. Peter Koch, Anwohner der Dorfstrasse, ist mit dem geplanten Änderungen alles andere als einverstanden. «Dieser Baum war aus planerischer Sicht von grosser Bedeutung für das Oberdorf», so Koch. Er habe das Schreiben der Gemeinde nie erhalten, deshalb habe er auch nicht innert der Frist protestieren können. Dass jegliche Reaktionen ausgeblieben sind, kann er sich nur mit fehlender Sensibilität der Bevölkerung erklären. Auch hätten viele Anwohner offenbar nicht den Mut, dem Gemeinderat zu widersprechen.

Gemeinderat will keinen neun Baum

Für diesen ist klar, dass kein neuer Baum angepflanzt wird. «Der Weg auf der anderen Seite des Baches, ist nicht eindeutig als Trottoir erkennbar, also befände sich der Baum mitten auf dem Fussweg», so die Gemeinde. Ausserdem fehle der Baum nun bereits ein halbes Jahr und bis jetzt hätte sich niemand für die Wiederbepflanzung eingesetzt. Der Baum sei stark angeschlagen gewesen und hätte schon vor Jahren ersetzt werden müssen.

«Vermutlich wurde der Baum sogar absichtlich umgefahren», sagt Koch. Er fürchte bloss, dass sich die Anwohner ein schlechtes Beispiel an der Gemeinde nehmen werden. «Wenn sich noch nicht einmal die Gemeinde um ihre Bäume kümmert, wer tut es dann?»