Fislisbach
Im ehemaligen Coop stellen Menschen mit Beeinträchtigung neu Lebensmittel her

Die Arwo-Stiftung bezieht ihre neue Produktionsstätte in Fislisbach. Zwar sind die Bauarbeiten in den ehemaligen Räumen vom Coop noch am Laufen. Doch ab Montag produzieren Menschen mit Beeinträchtigung bereits Lebensmittel und Mahlzeiten.

Carla Stampfli
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Die Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung Arwo bezieht im ehemaligen Coop ihre neue Produktionsstätte
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Die Arbeiten für die neue Arwo-Produktionsstätte laufen auf Hochtouren. Am Montag wird hier zum ersten Mal gekocht. Die Arbeiten für die neue Arwo-Produktionsstätte laufen auf Hochtouren. Am Montag wird hier zum ersten Mal gekocht.
Felix Pente (l.), Abteilungsleiter Gastronomie, und Geschäftsleiter Roland Meier, freuen sich, dass die Arwo hier bald Lebensmittel herstellen und Mahlzeiten kochen kann. Felix Pente (l.), Abteilungsleiter Gastronomie, und Geschäftsleiter Roland Meier, freuen sich, dass die Arwo hier bald Lebensmittel herstellen und Mahlzeiten kochen kann.
Beim Eingang der Produktionsstätte wird es auch einen kleinen Verkaufsbereich geben, in dem die Bevölkerung Eigenprodukte der Arwo kaufen kann. Beim Eingang der Produktionsstätte wird es auch einen kleinen Verkaufsbereich geben, in dem die Bevölkerung Eigenprodukte der Arwo kaufen kann.
Mit der neuen Produktionsstätte kann die Arwo ihre Kapazität erhöhen. Mit der neuen Produktionsstätte kann die Arwo ihre Kapazität erhöhen.
Der Ausbau sei ein richtiger und wichtiger Schritt: «Wir müssen künftig mehr verdienen, damit wir die kantonalen Sparmassnahmen ohne Qualitätsabbau bei der Begleitung unserer Bewohner ausgleichen können", sagt Geschäftsleiter Roland Meier. Der Ausbau sei ein richtiger und wichtiger Schritt: «Wir müssen künftig mehr verdienen, damit wir die kantonalen Sparmassnahmen ohne Qualitätsabbau bei der Begleitung unserer Bewohner ausgleichen können", sagt Geschäftsleiter Roland Meier.

Die Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung Arwo bezieht im ehemaligen Coop ihre neue Produktionsstätte

Alex Spichale

Noch ziehen Handwerker in den ehemaligen Räumen vom Coop in Fislisbach Kabel ein. Sie bohren, schrauben und stellen Küchenmobiliar auf. Doch bereits am Montag wird die Arwo, die Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung Wettingen, Mahlzeiten kochen und Lebensmittel produzieren.

«Wir sind glücklich, können wir bald loslegen», sagt Geschäftsleiter Roland Meier. Denn man habe lange nach einem geeigneten Standort gesucht. Die Produktionsstätte im ehemaligen Restaurant Metropol in Baden, die nur als Zwischenlösung gedacht war und seit Anfang August als Asylunterkunft dient, sei zu klein geworden. Auch die Grossküche im Arwo-Wohnheim in Wettingen platze aus allen Nähten.

«Die neue Produktionsstätte in Fislisbach erlaubt uns, die Kapazität zu erhöhen», sagt Meier. Zum einen kann die Arwo jetzt neu Mittagstische ennet dem Baregg beliefern, zum anderen den Bereich der Eigenprodukte ausbauen. Letzteres sei wichtig, zumal die heutigen Stellen in der Industrie aufgrund der Automatisierung unter Druck stehen, sagt Meier. Komme hinzu, dass man im Gegensatz zu Aufträgen von Dritten flexibler reagieren könne was Termin, Planung, Produktionsprozess und Gestaltung betrifft. «Dadurch können wir das Arbeitstempo besser an den Fähigkeiten unserer Mitarbeiter anpassen.»

Zehn neue geschützte Arbeitsplätze

Mit dem zweiten Standort schafft die Arwo zehn neue geschützte Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Unter der Leitung von Felix Pente werden sie allerlei herstellen, unter anderem Teigwaren, Gewürz- sowie Risottomischungen und Dörrfrüchte. «In Zukunft werden wir das Sortiment erweitern. Die Rezepte stehen schon bereit», sagt Meier. Um welche Produkte es sich handelt, verrät er aber noch nicht.

Die Lebensmittel werden im Webshop, in der Laden-Boutique Arwola in Wettingen und in der Produktionsstätte erhältlich sein. «Der Verkaufsbereich wird allerdings erst ab dem Tag der offenen Tür am 2. September in Betrieb sein.» In den nächsten Wochen müssten sich erst einmal alle Abläufe einpendeln und das Team einspielen.

«Die Mitarbeiter freuen sich sehr. Es ist nicht alltäglich, dass die Arwo eine neue Produktionsstätte eröffnet», sagt Meier, «Wir haben rund 600 000 Franken in den Bau investiert, wovon ein kleiner Teil aus Spenden stammt.» Der Ausbau sei ein richtiger und wichtiger Schritt: «Wir müssen künftig mehr verdienen, damit wir die kantonalen Sparmassnahmen ohne Qualitätsabbau bei der Begleitung unserer Bewohner ausgleichen können.» Man sei überzeugt, dass sich die neue Stätte lohne, auch, weil die Arwo breit abgestützt sei. Kaufen Kunden beispielsweise eine Holzkiste mit Lebensmitteln, profitiere auch die hauseigene Schreinerei.

«Es ist toll, dass wir der Bevölkerung in Fislisbach und der Umgebung die Stiftung näher bringen können», sagt Roland Meier. Er hoffe, dass dadurch auch mehr Menschen mit der Arwo und ihren Bewohnern in Kontakt treten.

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