Baden

Im Kurpark entsteht dank offenem Bücherschrank ein Paradies für Leseratten

Foto: Alex Spichale

Liselotte Wipf, Martina Niggli, Christina Crameri und Iva Marelli (v. l.) wollen noch dieses Jahr einen offenen Bücherschrank im Kurpark realisieren.

Foto: Alex Spichale

Vier Bücherliebhaberinnen sammeln Geld für einen offenen Bücherschrank. Bücher sollen da jederzeit, gratis und ohne Mitgliederausweis ausgeliehen werden können. Noch dieses Jahr soll der Bücherschrank eingeweiht werden.

Bücher gratis ausleihen, jederzeit und ohne Mitgliederausweis – das ist keine Zukunftsvision, sondern bald Realität. Die vier engagierten Bücherliebhaberinnen Liselotte Wipf, Christina Crameri, Iva Marelli und Martina Niggli wollen noch dieses Jahr einen offenen Bücherschrank im Kurpark realisieren. Das Konzept ist einfach: Bücher dürfen vor Ort oder zu Hause gelesen werden und müssen nicht zurückgebracht werden. Natürlich können mitgenommene Bücher ersetzt oder anstelle eines ausgeliehnen Buches ein neues gebracht werden. «Die Regel ist: In den Schrank gehören keine Bücher mit rassistischen oder sexistischen Inhalten und keine Fachliteratur», sagt Niggli, Präsidentin des Vereins «Offener Bücherschrank Baden».

Keine Sammelstelle alter Bücher

Momentan befindet sich das Projekt noch in der Finanzierungsphase. So muss der Schrank wetterfest sein. Am besten aus Metall und mit einem Betonsockel. «Wir würden ihn gerne in der Region produzieren lassen», sagt Niggli. Finanziert wird das Projekt von der Stadt und lokalen Unternehmen. Aber auch Privatpersonen unterstützen den offenen Bücherschrank. So sind bereits 8000 von den zirka 12 000 benötigten Franken zusammengekommen. «Wir sind zuversichtlich, dass wir den Schrank noch dieses Jahr aufstellen können», sagt Niggli.

Dabei stehen die vier lesefreudigen Badenerinnen in Kontakt mit den Städten, die bereits einen offenen Bücherschrank haben und erhalten wertvolle Tipps. So sei nicht geplant, den Schrank über Nacht abzuschliessen. Erfahrungen in den anderen Städten zeigen, dass Vandalismus nicht sehr häufig auftrete. «Wir haben aber schon von anderen Orten gehört, dass Leute ihre alten Bücher abladen», sagt Niggli. Man werde deshalb auf dem Schrank vermerken, dass Bücher nur in den Schrank gestellt werden sollen, wenn es Platz hat. «Die Bücher sollten auch gut erhalten sein.» Ob sich die Leute daran halten werden, wird sich aber erst noch zeigen. Für Ordnung im Schrank sollen in Zukunft die Vereinsmitglieder sorgen – diese müssen allerdings erst noch rekrutiert werden, so besteht der Verein bisher nur aus den vier Vorstandsmitgliedern. In der Funktion als sogenannte «Schrankpaten» wird es die Aufgabe der Mitglieder sein, alle ein bis zwei Wochen beim Schrank vorbeizuschauen und allfällige Unordnung zu beheben und auszumisten.

«Wir würden auch gerne Lesungen beim Schrank abhalten», sagt Niggli, das würde den Schrank zu einer interaktiven Austauschplattform von Literatur machen. Der Bücherschrank ist keine Konkurrenz zu den lokalen Anbietern. «Die Buchhandlung «Librium» sowie die Stadtbibliothek unterstützen unser Vorhaben», sagt Niggli. Schliesslich kämpfe man zusammen für die Literatur.

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