Die reiche Flora von Baden war dem Schweizer Reisemagazin «Transhelvetica» einen mehrseitigen Artikel wert. Die Limmatstadt gehörte zu den ersten, die über ein Bauminventar verfügte. Darin notieren die Stadtgärtner sorgfältig jedes einzelne Exemplar, seinen Standort und die nötigen Pflegemassnahmen.

«Wenn ich ein Baum wäre, dann würde ich in Baden wachsen, wo man sagt, dass die Bäume selbst im Winter Blüten tragen», ist im «Transhelvetica» nachzulesen. Die Verfasserin des Berichts schwärmt unter anderem vom Stadtpark mit alter Buche und Magnolienbaum und dem Weg hinauf zur Ruine Stein, «wo in alten Burggärten Blumen und Bäume wie auf Bildern stehen». Dass Baden punkto Bepflanzung und Baumbestand in einem Reisemagazin hochgelobt und als Ausflugstipp angepriesen wird («ein Besuch in der Stadt der immer blühenden Bäume lohnt sich immer…»), ist vor allem auf die wertvolle Arbeit der Stadtgärtner zurückzuführen. Sie sorgen dafür, dass die Artenvielfalt der Sträucher und Bäume die von Frühling bis in den Sommer hinein blühen, erhalten bleibt. Zudem setzen sie pro Jahr (Frühling und Herbst) rund 70000 Pflanzen in die dafür vorgesehenen Blumenbeete und verschönern das Stadtbild immer wieder mit neuen Kreationen.

Baumbestand hat abgenommen

Rund 2400 Bäume stehen in Baden und jeder einzelne ist im Bauminventar notiert. Damit haben die Stadtgärtner die genaue Übersicht, welches Exemplar geschnitten werden muss und wo aus Sicherheitsgründen eine Verankerung nötig ist.

Der Baumbestand habe in den letzten zehn Jahren nicht abgenommen. Die Stadt schaue, dass auch bei Neubauten Bäume gepflanzt würden und der Bestand an Jahrhunderte alten Prachtstücken wenn immer möglich erhalten bleibe, erklären die Stadtgärtner. Und dann geht es mit den «Grünexperten» auf Erkundungstour. Da erfährt man, dass die Zukunft des Mammutbaumes an der Schulhauskreuzung ungewiss ist wegen des Kreuzungsneubaus.

100-jährige Bäume: «Eine Rarität»

Im Schulhausbereich bedarf es zur Sicherheit der Kinder einer regelmässigen Kontrolle der Bäume. Damit die Blutbuche beim Ländli-Schulhaus zum Beispiel durch die starke Gabelung nicht auseinanderbricht, wird sie oben verankert.

Wenn Bäume geschnitten werden, muss einerseits die Statik stimmen und anderseits darf der Eingriff durch Menschenhand dem Wuchs des Baumes nicht schaden. Ein heikles Exemplar ist die grosse Kastanie im Graben. Vor einigen Jahren fuhr ein Lastwagen in sie hinein. Es bedürfe viel Pflege, dass der 100-jährige Riese trotz seiner Verletzung überleben kann. «Man fällt ein so altes Exemplar nicht einfach. Es ist heutzutage eine Rarität», meint einer der Stadtgärtner und fügt hinzu: «Neugepflanzte Jungbäume werden nicht mehr so alt wie ihre Vorfahren. Oft erleiden sie Schaden durch Kollisionen und auch die Bodenbedingungen sind teilweise schlechter geworden.»

Der Dickste und der Schönste

Der Mammutbaum hinter dem Migros-Gebäude ist mit neun Metern Stammumfang der dickste Baum der ganzen Stadt. Und welches ist der schönste? Gemäss Stadtgärtner sei es die traumhafte, 120-jährige Buche, die beim Brunnen im Kurpark steht. Der Mammutbaum am einige Schritte entfernten Teich gehöre hingegen zu den Sorgenkindern. «Sein Zustand ist gar nicht gut, weil bei den baulichen Massnahmen die Wurzeln verletzt wurden.»

Alle Bäume im Kurpark sind geschützt. Es ist also nicht zu befürchten, dass dieses Naherholungsgebiet inmitten der Stadt eines Tages durch Urbanisierungsmassnahmen weiteren Schaden erleidet.