Wettingen
Im Montessori-Kinderhaus werden die Kleinen zu Yoga-Meistern

Seit 30 Jahren gibt es das Montessori-Kinderhaus Lägern – neuerdings auch mit Yoga für die Kleinsten. Hund, Katze oder Kobra heissen die Positionen, welche die Kinder ihrer Leiterin Linda Volkart eifrig nachmachen.

Manuel Bühlmann
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Zu zweit gehts besser
7 Bilder
Um die Wette pusten während des Kinder-Yogas im Montessori-Kinderhaus in Wettingen
Montessori-Kinderhaus in Wettingen
Entspannen im Kinder-Yoga des Montessori-Kinderhauses in Wettingen
Yoga auf spielerische Art und Weise
Kinder-Yoga im Montessori-Kinderhaus in Wettingen mit Stofftier auf dem Bauch
Kissen balancieren im Kinder-Yoga des Montessori-Kinderhauses in Wettingen

Zu zweit gehts besser

Alex Spichale

Es bellt, miaut und zischt im Montessori-Kinderhaus Lägern in Wettingen. Die acht Kinder proben aber nicht etwa für ein Theater, sie machen Yoga. Die einzelnen Übungen tragen keine komplizierten indischen Namen, stattdessen sind sie nach Tieren benannt. Hund, Katze oder Kobra heissen die Positionen, welche die Kinder ihrer Leiterin Linda Volkart eifrig nachmachen.

Zwischen drei und sechs Jahre alt sind die Mädchen und Buben, die jeweils am Mittwochnachmittag für 50 Minuten ihre hellblauen Yogamatten ausrollen. Entsprechend spielerisch sind die Übungen. «Fest pusten, fest, fest», feuert Linda Volkart die Kinder an. Mit farbigen Röhrli versuchen sie, kleine weisse Kugeln möglichst weit weg zu pusten. Diese Übung fördere die bewusste Atmung, sagt Volkart, die schon in der Gründungszeit vor 30 Jahren im Kinderhaus arbeitete und inzwischen dorthin zurückgekehrt ist. Spass scheint die Atemübung jedenfalls zu machen: «Ins Röhrli pusten gefällt mir beim Yoga am besten», sagt die 4-jährige Rebecca.

Wenig Kinder vor drei Jahren

Bereits vor drei Jahren wurde im Wettinger Kinderhaus für kurze Zeit Kinder-Yoga angeboten. Damals sei die Resonanz aber eher klein gewesen, sagt Vesna Moustopoulos, Stiftungsratspräsidentin Montessori Kinderhaus. Nun hofft sie, dass das wieder eingeführte Angebot grösseren Anklang findet. Es stehe Kindern, die sonst nicht das Montessori-Kinderhaus besuchen, ebenfalls offen.

In den Montessori-Schulen von New York und Boston ist Vesna Moustopoulos auf die Idee mit dem Kinder-Yoga gestossen – und brachte diese mit nach Wettingen. «Yoga kann die Montessori-Idee ergänzen, wonach die lebenslange Liebe zum Lernen geweckt werden soll», erklärt Moustopoulos. «Dazu gehört auch die Förderung von Gesundheit, Konzentration und Balance.»

Yoga mit Stofftieren

Nach verschiedenen Yoga-Positionen und dem Balancieren von kleinen Kissen auf Füssen, Armen, Händen oder Kopf, ist die kleine Gruppe zum Schluss bei einer Entspannungsübung angelangt: Dazu dürfen alle aus einem Haufen Stofftiere eine Maus, einen Bären, einen Affen oder eine Ratte aussuchen. Die Musik wird leiser, alle legen sich auf den Rücken und ihr Tier auf den Bauch, der sich langsam hebt und senkt. Es wird ruhig im Zimmer, keines der Kinder spricht, nur die leisen Anweisungen der Leiterin sind zu hören. Bevor aber die ersten Kinder einschlafen, beendet Linda Volkart die Übung. Nachdem alle ihre Yoga-Matten eingerollt haben, wartet zur Belohnung das Zvieri auf sie.

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