Wettingen
Im Notfall sollen die Hunde Leben retten können

Die diesjährige Sanitätshunde-Prüfung vom Verein «Tägerhard» auf Hüttikerberg zeigte, was die Vierbeiner alles drauf haben.

Daniela Poschmann
Drucken
Teilen
Bordercollie von Sonja Lüscher
10 Bilder
Bordercollie von Sonja Lüscher
Grad 1, Prüfung Unterwürfigkeit, Eva mit Naava
Grad 1, Prüfung Unterwürfigkeit, Eva mit Naava
Grad 1, Prüfung Unterwürfigkeit, Eva mit Naava
Grad 3, Prüfung Unterwürfigkeit - 5Min still liegen bleiben
Sanitätshunde-Prüfung auf dem Hüttikerberg
Rosmarie Grob mit Kaijo aus Boswil beim zweiten Teil (Unterwürfigkeitsprüfung)
Rosmarie Grob mit Kaijo aus Boswil beim zweiten Teil (Unterwürfigkeitsprüfung)
Rosmarie Grob mit Kaijo aus Boswil beim zweiten Teil (Unterwürfigkeitsprüfung)

Bordercollie von Sonja Lüscher

Daniela Poschmann

«Los, vorwärts!», schreit sie ihrer Australien Cattle Dog-Hündin entgegen, und Naava sprintet los. 60 Meter tief in den Wald hinein jagt die Sechsjährige auf der Suche nach einer Fährte, einem Rucksack, einer Person. Sobald fündig geworden, schiesst sie zurück zu ihrer Halterin und erstattet Bericht. Eine Aufgabe unter vielen bei der diesjährigen Sanitätshunde-Prüfung vom Hundesportverein «Tägerhard» Wettingen .

«All das ist eine komplexe Arbeit für die Hunde», weiss Doris Walder aus Mettmenhasli. Die Züchterin trainiert seit 15 Jahren mit ihren Pyrenäenschäferhunden. «Der Hund muss sich bewegen, selbstständig denken und trotzdem lenkbar sein.» Dabei sei die Nase permanent im Einsatz, jedes Revier anders.

Ein Sport, der die Hunde fordert, auch wenn es hier auf dem Hüttikerberg nicht um den Ernstfall geht. Zwar werden Sanitätshunde eigentlich für die Suche nach vermissten und verletzten Menschen eingesetzt, doch das übernehmen staatliche Stellen. Den hier anwesenden Teilnehmern geht es um Sport, Auslastung und Spass.

Hunde sollen Menschen finden

Bis zum Titel «Sanitätshund» gilt es drei Schwierigkeitsgrade zu meistern. Hündin Naava soll heute die erste Klasse bestehen: Drei Personen sowie einen Rucksack im Revier muss sie finden und später auf dem Hundeplatz Beifuss gehen, kriechen, apportieren und springen. Entscheidender Aspekt dabei ist die Art und Weise. Gehorcht sie gleich beim ersten Kommando? Läuft sie das 120 Mal 200 Meter grosse Revier systematisch ab, oder vergisst sie Stellen? Sitz sie exakt parallel zu ihrer Hundeführerin? Traut sie sich über die Hürde zu springen?

Von 300 möglichen Punkten erhalten Naava und Eva Holderegger-Walser aus Raat 158 und haben damit bestanden.

Es wird eng im Wald

Doch macht nicht allen Vierbeinern diese Prüfung Spass. Ein Border-Collie wirkt wenig motiviert, läuft langsam und lustlos. Das Problem scheint beim Herrchen zu liegen. «Er macht zu viel Druck», sagt der eine Zuschauer, «der Hund ist eingeschüchtert», der andere. Allen anderen sieht man die Freude an. Wissbegierig ihr Frauchen im Blick habend, warten sie auf das nächste Kommando und schiessen los, sobald sie dürfen.

Damit die Prüfungen und Trainingsstattfinden dürfen, bedarf es der vorherigen Erlaubnis der Förster, Wildhüter und Gemeinden. Das sei nicht immer einfach, klagt Prüfungsleiterin Margrit Zumkeller. Trotz des grossen aargauischen Waldbestands gäbe es zu wenig Platz, um Biker, Jogger, Spaziergänger und Hunde unter einen Hut zu kriegen. Das Nachsehen hätten dann meistens die Hundehalter.

Aktuelle Nachrichten