Bei Winterkälte haben die Musiker der «Iflue-Musig» einen Tag lang in Windisch im Freien einen lüpfigen Schottisch interpretiert. Mit klammen Fingern und schlotternd haben sie Schwyzerörgeli gespielt, Bassgeige gezupft, Klarinette geblasen, Glocken geläutet und dazu gestrahlt, als würde ein laues Frühlingslüftchen wehen.

«Es war am Fasnachtssonntag, fünf Grad kalt und wir trugen unter unseren Untersiggenthaler Festtagstrachten einige Schichten warmer Wäsche», erinnert sich Theres Eichenberger-Walde, die seit 45 Jahren in einem Terrassenhaus mit Blick über die Limmat daheim ist.

Gestrahlt haben die vier Musikanten, weil ein Team vom Schweizer Fernsehen sie filmte. «Begonnen haben wir um 8.30 Uhr im Amphitheater Vindonissa, danach ging es beim Kloster Königsfelden weiter und schliesslich – mit einer halbstündigen Mittagspause – waren wir bis 16.30 Uhr im Wasserschloss.»

Weil der «Samschtig-Jass» viermal in der Klosterscheune Königsfelden ausgetragen wurde, lud man die «Iflue-Musig» aus Untersiggenthal zum Aufspielen im Raum Windisch ein.

Als Theres Eichenberger-Walde, mit einer klassischen Ausbildung auf verschiedenen Instrumenten im Sack, vor vielen Jahren eine Volkstanz-Vorführung besuchte, bei der zu Musik ab Kassette getanzt wurde, störte sie dies so sehr, dass sie kurzerhand ein Schwyzerörgeli kaufte und auf Ländler umschwenkte.

Zusammen mit ihrem Mann Roland sowie mit René Loepfe und Beat Steigmeier wurde 1986 die «Iflue-Musig» aus der Taufe gehoben. 1990 gesellte sich die damals 17-jährige Eichenberger-Tochter Beatrix – ein musikalisches Multitalent – dazu, weil René Loepfe als Bassgeiger den Austritt gab.

Nach über 20 Jahren Ländlermusik spielt Beatrix, heute Mutter von zwei quirligen Lausbuben, in anderen Formationen Trompete und Beat Steigmeier ist nicht mehr Mitglied der «Iflue-Musig», weil er keine Zeit mehr zum «Klarinettlen» findet. Seit 25 Jahren spielt aber der Untersiggenthaler Apotheker René Karpf dieses Blasinstrument bei der Formation.

«Weil die Verantwortlichen vom Fernsehen unbedingt wollten, dass wir ‹S’Wonder› – Pariampampam – von Domenic Janett spielen, hat sich Beatrix extra zu uns gesellt.»

Die «Iflue-Musig» hat mit einem Auftritt beim «Fensterplatz» im Jahr 2000 und bereits 2009 bei einem «Samschtigs-Jass» sowie zwei Auftritten bei Tele M1 zwar Fernseh-Erfahrung: «Doch diesmal war es schon speziell wegen der Kälte und der vielen Stunden für die Aufnahmen. Aber das Fernsehteam war sehr nett und wir hatten den Plausch. Nicht zuletzt auch, weil für die Aufnahmen zeitweise sogar eine Drohne eingesetzt worden ist.»

Klar ist, dass der Auftritt der «Iflue- Musig» bei Monika Fasnacht am Samstag zweieinhalb Minuten dauern wird. Wo genau sie «S’Wonder» aber spielen – ob beim Kloster Königsfelden, im Wasserschloss oder im Amphitheater Vindonissa – ist noch ein Geheimnis.

«Wir sind mega gespannt», verrät Theres Eichenberger, die nebst dem Schwyzerörgeli auch Alphorn und Büchel spielt. «Wir dürfen das Jauchzen und Jodeln nicht vergessen», betont sie lachend und tischt eine feine selbstgebackene Aprikosenwähe mit Schlagrahm auf.