Untersiggenthal
Im «Supertalent»-Final: Alessandra singt sogar, während man mit ihr redet

Alessandra Votta könnte heute ins Finale der TV-Castingshow «Das Supertalent» einziehen. Die 16-jährige Sängerin hat allerdings noch viel höhere Ziele.

Elia Diehl
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Derzeit besucht sie noch die Berufsfachschule BBB in Baden, mit ihrem gefühlvollen Gesang hebt Alessandra Votta aber bereits zu Höhenflügen ab. Elia Diehl

Derzeit besucht sie noch die Berufsfachschule BBB in Baden, mit ihrem gefühlvollen Gesang hebt Alessandra Votta aber bereits zu Höhenflügen ab. Elia Diehl

Elia Diehl

«Gäll, du besch doch die vom Supertalänt?», fragen zwei Jugendliche in der Migros am Badener Bahnhof. Die zierliche 16-Jährige mit wildem Lockenkopf schmunzelt; nickt schüchtern.

Alessandra Votta aus Untersiggenthal ist eigentlich ein ganz normaler Teenager und besucht das 10. Schuljahr an der Berufsfachschule BBB in Baden. Von einem Tag auf den anderen ist sie berühmt geworden, als vor einer Woche ihr Gesangs-Auftritt bei der RTL-Castingshow «Das Supertalent» ausgestrahlt wurde.

«Es ist schon etwas unheimlich und beängstigend», sagt Alessandra. Sie werde auf der Strasse erkannt und habe viel Post und Nachrichten erhalten. «Mein Handy stürzte letzten Samstag regelrecht ab.» Davor habe sie ihr Vater gewarnt, er habe die Anmeldung für das Casting anfänglich skeptisch gesehen.

«Er wollte mich vor Enttäuschungen eines schnellen, kurzlebigen Hypes schützen», erklärt Alessandra, dennoch sei er nun sehr stolz. «Das heisst was, denn mein Vater sagt immer, mal soll es selten sagen, damit es nicht an Bedeutung verliert.»

Alessandra Votta geht mit dem plötzlichen Ruhm aber gefasst um, auch wenn er motiviere. «Ich suche ihn nicht, ich will einfach singen und Menschen berühren», sagt die italienisch-schweizerische Doppelbürgerin, am liebsten mit schwierigen Balladen. So könne sie am besten ihre Emotionen ausdrücken, wie ihr grosses Idol Leona Lewis.

«Was bringt es, wenn ich jeden Ton perfekt treffe, doch es kommt kein Gefühl rüber?» Eine Kopie möchte Alessandra jedoch nicht sein, die persönliche Interpretation ist ihre Stärke, die auch der deutsche Musikpapst und Juror Dieter Bohlen lobte.

Mit Tinkabelle auf der Bühne

«Musik bestimmt mein Leben schon lange», sagt Alessandra, damit könne sie richtig abschalten. Weil sie nicht immer ein Lied passend zu ihrer Gefühlslage fand, begann sie an Klavier und Gitarre auch eigene Lieder zu schreiben. «Ich singe eigentlich immer und überall.» Immer? «Ja, manchmal sogar während mir Leute etwas erzählen», japst sie lachend. «Meine kleine Schwester sagt mir manchmal auch, sie könne es nicht mehr hören», so Alessandra. Wenn sie übe, dann klinge es nicht immer perfekt.

Bereits seit vier Jahren nimmt die quirlige 16-Jährige professionellen Gesangsunterricht bei Tanja Bachmann. Mit deren ehemaligen Band «Tinkabelle» hatte Alessandra zwar schon zwei Auftritte, sie will aber definitiv noch mehr auf die Bühne. «Auch weil das instrumentalisierte Aufnehmen mit dem Computer etwas lieblos klingt.» Daher geht sie ihren musikalischen Weg weiter und sucht nun eine Band.

Nur als einen Zwischenschritt sieht Alessandra auch die Castingshow. Ohne grosse Erwartungen ging sie an ihrem Geburtstag am 31. Mai an das Vorsingen nach Zürich. «Der überraschende Bescheid kam erst im August», erzählt sie. «Für die TV-Show brachen wir die Ferien in Italien spontan ab und fuhren nach Bremen». Am Samstagabend entscheidet sich nun, ob Alessandra nächsten Freitag in der finalen Live-Show auftreten darf. «Dann würde ich gerne einen eigenen Song präsentieren.» Und wenns nicht klappt? «Kein Weltuntergang.»

Ihr neustes Lied werde sie sicherlich auf ihren Youtube-Kanal hochladen. «Ich mache sicher weiter.» Nächsten Sommer beginnt die Untersiggenthalerin erst mal eine Detailhandelslehre bei einem Zürcher Juwelier. «Hier kann ich eine Berufsmatura machen», sagt sie. Diese soll ihr den Weg zu ihrem wahren Ziel ebnen: ein Musik- respektive Gesangsstudium. Denn für Alessandra Votta ist klar: Die Musik und das Singen sind mehr als ein Hobby, es soll ihr Beruf werden.

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